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Trainingsnotstand: Über 80 Hallen im Saarland werden saniert

Die Saisonvorbereitung war für viele Hallensport-Vereine in diesem Jahr so schwer wie nie. Der Grund: das Konjunktur-Paket der Bundesregierung. Aufgrund des Pakets werden im Saarland mehr als 80 Hallen saniert.

Die Saisonvorbereitung war für viele Hallensport-Vereine in diesem Jahr so schwer wie nie. Der Grund: das Konjunktur-Paket der Bundesregierung. Aufgrund des Pakets werden im Saarland mehr als 80 Hallen saniert.

Saarbrücken. „Wir mussten uns mit Beachvolleyball oder Training auf einem Rasenplatz behelfen“, sagt Helmut Michels, Trainer der Volleyballer der SSG Schwarzenholz/Griesborn, immerhin Aufsteiger in die Regionalliga. Die „Monsterblocker“ konnten in den Ferien nicht in ihrer Spielhalle, der Schwalbacher Jahnsporthalle, trainieren. Und auch die Ausweichhalle, die Schulze-Kathrin-Halle in Schwarzenholz, war zu. Wegen Sanierung. „Das wurde natürlich zu einem Problem für uns. Wir hätten uns schon gewünscht, dass die Hallen nacheinander geschlossen würden, nicht gleichzeitig“, sagt Michels. Doch nicht nur die SSG hatte Probleme.

Energetische Sanierungen

Vor zwei Jahren beschloss die Bundesregierung das „Konjunkturpaket II“. Auch viele Städte und Gemeinden im Saarland profitierten von diesem „Pakt für Stabilität und Beschäftigung“. 49 DIN-A4-Seiten umfasst die Übersicht der Maßnahmen, die auf der Internetseite des saarländischen Innenministeriums aufgelistet ist. Den Großteil der Maßnahmen machen so genannte „energetische Sanierungen“ von Grundschulen, Kindergärten oder Rathäusern aus. „Das war eine der Voraussetzungen für die Bewilligung von Geldern“, erklärt Anne Richter, Sprecherin des Innenministeriums. „Die Gelder sollen nachhaltig wirken und helfen, auf Dauer Kosten, vor allem Energiekosten, einzusparen.“

Ebenfalls in den Genuss von Sanierungsmaßnahmen kamen und kommen Turn- und Sporthallen, im gesamten Saarland über 80 Stück an der Zahl. Auch sie werden größtenteils energetisch saniert, das bedeutet vor allem die Erneuerung von Wärmedämmungen, Dächern, Fenstern und Böden. Und das führt wiederum bei den Vereinen zu Komplikationen. So etwa auch in Oberthal, wo die Bliestalhalle vom 1. Oktober wohl bis zum Februar 2011 geschlossen sein wird. Eigentlich war die Sanierung früher vorgesehen und sollte im September abgeschlossen sein.

Froh über Renovierung

Das prominenteste „Opfer“ im Saarland ist Ringer-Bundesligist KSV Köllerbach. Die Kyllberghalle, in der der mehrfache deutsche Meister normalerweise trainiert und seine Heimkämpfe austrägt, wurde über die Sommerferien geschlossen – mitten in der Saisonvorbereitung des KSV. „Dadurch fehlten uns Sauna und Kraftraum, und die brauchten wir in der Vorbereitung ganz besonders“, sagt Trainer Thomas Geid. Ihre Spezial-Matte konnten die Ringer in der Köllerbacher Rathaushalle aufbauen, die sie sich mit einem Tischtennisverein teilen mussten. „Das war sicher nicht ideal, aber es ging. Sportlich hat es sich noch nicht negativ ausgewirkt“, sagt Geid. Meckern will er nicht. „Wir sind wie jeder Verein froh, wenn seine Halle saniert wird. Und irgendwann muss es ja gemacht werden. Von daher ist das schon okay so.“

Diese Aussage findet sich bei vielen der betroffenen Vereine, obwohl es bei einigen nicht so reibungslos mit einer Ersatz-Trainingsstätte klappte. Doch Not macht erfinderisch.

Einen Akt von sportlicher Fairness erfuhren die Verbandsliga-Volleyballerinnen des VV Gau. Ihre Halle, die Scheidtberghalle in Wallerfangen-Kerlingen, wird seit Mitte August saniert. „Bei einem Turnier haben wir erwähnt, dass wir nun nicht wissen, wo wir trainieren oder unsere Heimspiele austragen sollen“, erinnert sich Trainer Reinhold Holzhauser. Das hörte Walter Diwo vom TV Düppenweiler und bot dem Verein, immerhin einem Ligakonkurrenten, spontan an, einmal in der Woche in einer Hälfte der Deutschherrenhalle in Düppenweiler zu trainieren. Zeitgleich mit seiner eigenen Verbandsliga-Mannschaft. Und so geschieht es nun – nur durch einen Vorhang getrennt. „Wo wir unsere Heimspiele austragen, wissen wir noch nicht“, sagt Holzhauser aber. Immerhin: In der Glückauf-Halle Hostenbach wurde einmal pro Woche ein weiterer Trainingsort gefunden. Dank der Hilfe einer Hobbygruppe, die ein Drittel der Halle abgibt. Es zeigt sich also: Mit Solidarität lassen sich auch solche Probleme lösen.

Auf einen Blick

Die betroffenen Hallen im Kreis Neunkirchen:

Schulturnhalle Illingen, Sporthalle des Illtalgymnasium Illingen, Welschbachhalle, Dorfwaldhalle Hirzweiler, Sport- und Kulturhalle Merchweiler, Mehrzweckhalle Schiffweiler, Mehrzweckhalle Landsweiler-Reden, Mittelbergschulturnhalle Elversberg, Grundschulhalle Bachstraße Neunkirchen, Mehrzweckhalle Fürth, Grundschulhalle Neumünster Ottweiler, Grundschulhalle Lehbesch Ottweiler, Mehrzweckhalle Ottweiler-Steinbach. spr

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