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Traktor- Mörder Prozess: Angeklagter schweigt

Saarbrücken. Am ersten Tag im Prozess wegen des so genannten Traktormordes im Warndtwald (wir berichteten), hat der angeklagte Landwirt (20) die Jugendrichter überrascht. Der Prozesstag war eigentlich für das Geständnis frei gehalten worden, doch der Jungbauer schwieg zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger: „Wir machen derzeit keine Angaben, weder zur Person noch zur Sache.“

Und das, obwohl er bei der Polizei bereits zugegeben hatte, dass er im Juni vergangenen Jahres einen Traktorlieferanten (58) aus Wesel in Nordrhein-Westfalen umgebracht hatte. Warum? Seine Antwort bei der Polizei: „Ich wollte keine Gewalt anwenden. Aber ich wollte den Traktor haben.“ Am Ende lag das Opfer tot im Warndtwald bei Ludweiler. Mehrere Schläge mit einem Beil hatten ihn am Kopf getroffen. Außerdem hatte er etwa 30.Stichverletzungen durch ein Messer im Brustkorb erlitten. Der Lkw-Fahrer verblutete.

Wie es dazu kam, das müssen nun die Richter mit Hilfe von Zeugen und Gutachtern rekonstruieren. Gestern berichteten eine Polizistin und drei ihrer Kollegen vom Gang der Ermittlungen und deren Ergebnissen: Offenbar begann die Geschichte im Jahr 2008. Damals kaufte der Angeklagte in Belgien einen Traktor für 104.000.Euro. Doch das Geschäft platzte, dem Mann blieben der Wunsch nach einem Traktor und die Nummernschilder dazu. Anfang Juni kaufte er dann in Nordrhein-Westfalen einen Traktor des gleichen Typs für 129.000.Euro. Bezahlt werden sollte bei Übergabe. Der Lkw-Fahrer.(58) aus Wesel wurde informiert, dass man sich vor dem Wohnhaus des Kunden treffen und von dort aus die Maschine in eine abgelegene Lagerhalle transportieren würde. Doch die Lagerhalle gab es nicht, der Angeklagte wollte den Lieferanten nur in den Wald locken. Am Ende war das Opfer tot, und der Bauer hatte den Traktor. Er montierte daran die für die Maschine aus Belgien gedachten Kennzeichen und fuhr zu seiner Freundin. Dort und bei Bekannten präsentierte er stolz seine Neuanschaffung und bot Probefahrten an.

Sollte der Angeklagte wegen Raubmordes verurteilt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahren Jugendstrafe. Der Prozess wird heute fortgesetzt.
szn/akl

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