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Trauermarsch für Pascal - NPD sorgt für Eklat

Saarbrücken. Name und Datum. Name und Datum. - Eine Jugendliche spricht die Namen in Deutschland vermisster Kinder und den Zeitpunkt ihres Verwindens in ein Mikrophon. Vor der Bühne auf dem Burbacher Marktplatz haben sich rund 60 Menschen versammelt. Sie blicken schweigend auf das Mädchen mit der Liste oder einfach nur vor sich. Die Liste ist lang. Und doch nur ein Bruchteil aller Namen, wie das Mädchen abschließend sagt.

Es sind Mütter und Väter, Kinder, Rentner und Schüler, die gekommen sind, um an das Schicksal des fünfjährigen Pascal Zimmer zu erinnern, der am Freitag vor zehn Jahren in Burbach spurlos verschwand. Angeführt von Pascals Tante Sigrid Hübner bricht die Gruppe um kurz nach 18 Uhr zu einem Schweigemarsch auf. Sie gehen die Hochstraße hinauf, diejenige Straße, in der Pascal an dem Nachmittag vor zehn Jahren das letzte Mal lebend gesehen wurde. Vor dem Gebäude der ehemaligen "Tosa-Klause", in der der Fünfjährige mehrfach missbraucht und zu Tode gekommen sein soll, macht die Gruppe halt. Unschlüssig drängen sich die Menschen auf dem Bürgersteig, neben ihnen fließt der Feierabendverkehr. Dann kommt es zu einem kleinen Eklat.

Der NDP-Funktionär Peter Marx, der gemeinsam mit einigen anderen Parteimitgliedern an dem Marsch teilgenommen hat, bricht das Schweigen und fordert im Namen seiner Partei die Errichtung eines Gedenksteins vor der früheren "Tosa-Klause". Wütend ruft jemand: "Nazis raus!" Eine Frauenstimme sagt: "Unverschämtheit, dass sie das hier für ihre Wahlkampfzwecke missbrauchen!" Aber es gibt auch einige, die klatschen.  Esther Fehrer, die Pflegemutter eines ehemaligen Spielkameraden Pascals und Mitorganisatorin des Schweigemarsches, gibt das Zeichen zum Aufbruch. "Ich distanziere mich von der NPD und ihrer Teilnahme", ruft sie. Etwas überhastet setzt sich die Gruppe wieder in Bewegung.

Nach der Rückkehr auf den Burbacher Marktplatz macht eine Lehrer-Band des Saarbrücker Ludwiggymnasiums Musik, singt Lieder über die Qual missbrauchter Kinder. In einer Rede distanziert sich auch Pascals Tante Sigrid Hübner von der NPD, fordert aber ebenfalls die Errichtung eines Gedenksteins. "Wir müssen ein Zeichen setzen." Auch Mitorganisatorin Fehrer sagt: "Opfer haben einen Gedenkstein verdient. Das alles darf nicht in Vergessenheit geraten." Das Gedenken an Pascal gehöre in Stein gemeißelt. Mit Name und Datum. "Opfer haben einen Gedenkstein verdient.

Das alles darf nicht in Vergessenheit geraten." Esther Fehrer, Pflegemutter eines ehemaligen Spielkameraden von Pascal

 

 

 

 

 

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