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Traurig: Schule muss behinderte Kinder rauswerfen

Dillingen. Das Bildungsministerium wirbt für Inklusion und lässt damit Raum für Spekulationen über Schließungen von Förderschulen. Das Sozialministerium spart an Integrationshilfen für Kinder an Förderschulen und nährt damit die Vermutungen. Eltern von Kindern, die derzeit die Förderschule für geistige Entwicklung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Dillingen besuchen, ärgern sich über die aktuellen Diskussionen in der Politik. Denn leidtragende sind ihrer Meinung nach die Kinder, zumindest sechs von ihnen, die gestern und heute nicht am Unterricht haben teilnehmen dürfen. Gestern Morgen, gegen 8.30 Uhr, vor dem Schulgebäude der AWO: Gabriele Krone, Marianne Brünet, Vita Mannarino und Heike Dalloz sind sauer. Ihre Kinder dürfen nicht in den Unterricht, weil kein Integrationshelfer zur Verfügung steht. Die Schule hatte sie vorab informiert. Die Bewilligung eines Integrationshelfers läuft in allen betroffenen Fällen jeweils nur über 21 Wochenstunden. Und diese Stunden wurden von den Helfern bereits bis Mittwoch geleistet.

Der Schule sei nichts anderes übrig geblieben, als der Unterrichtsausschluss. „Wir bedauern es sehr, dass wir zu einem solchen Schritt gezwungen wurden“, sagte Schulleiter Volker Mittermüller. Er versprach den Eltern Unterstützung im Kampf um eine Korrektur des Bescheides und einer Anhebung der Wochenstunden von 21 auf 31, wie bisher in der Vergangenheit auch genehmigt wurde. Mittermüller hatte sich bereits über die Bescheide beim Landesamt für Soziales beschwert. „Sowohl die Eltern in ihrem Antrag, als auch die Schule in unserer Stellungnahme haben einen Leistungsbedarf über die gesamte Unterrichtzeit für notwendig erachtet. Die Kürzung von knapp 30 Prozent der Leistungen kann unter den gegenwärtigen Umständen von der Schule nicht aufgefangen werden“, hieß es im Schreiben vom 9. August, also von Dienstag.

Das Sozialministerium teilte auf Anfrage der SZ mit, dass das Landesamt die Bescheide mit Kostenzusage in den vorletzten Ferienwochen alle ausgestellt hatte. Trotzdem zu kurz, wie Eltern meinten. „Wie soll man denn während den Ferien in kurzer Zeit Widerspruch einlegen und eine notwendige Bedarfsanpassung seitens der Schule auf den Weg bringen?“, fragen die Eltern. Die Schule muss für jeden Fall eine Bedarfsanpassung einreichen, danach entscheidet das Landesamt erneut, ob die Wochenstunden angehoben werden können. Bis dahin heißt das für die Eltern allerdings, ohne Integrationshilfe ihre Kinder nicht in den Unterricht gehen zu lassen.
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