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Tri-tra-trullala: Saarländischer Umweltkasper rückt Umweltsündern auf die Pelle

Saarbrücken. Darauf darf sich der Umweltkasper durchaus etwas einbilden: Ganz offiziell – im Namen des Umweltbundesamtes – erklärt er Kindern von vier bis elf Jahren, wie sie Energie sparen können. Und mit seinem Schlachtruf „Tri-tra-trullala“ rückt er Umweltsündern auf die Pelle. Bis Ende des Jahres geht er nun auf Deutschlandtournee.

„Damals wurde ich vom Puppentheater infiziert“

Vier Jahre war Tobias Warken alt, als er zum ersten Mal mit dem „Puppentheater Dieter Kussani“ in Berührung kam. Zu Tobias' Geburtstag hatten die Eltern den saarländischen Puppenspieler engagiert. Schon damals zog der mit seinen Handpuppen und didaktisch wertvollen Stücken durch die Lande. Dem kleinen Tobias gefiel die Vorstellung: „Damals wurde ich vom Puppentheater infiziert“, sagt er und dabei leuchten seine Augen. Als Kussani 2006 starb, fasste sich Warken, der mittlerweile Betriebswirtschaftslehre studierte, ein Herz und investierte. Dabei baute er auf das Geschäftsmodell seines Vorgängers: Behörden oder Unternehmen übernehmen die kompletten oder einen Großteil der Kosten. Manchmal zahlen auch die Kommunen, in denen das Theater spielt. Für die Kinder ist der Eintritt frei.

In diesem Jahr folgte die überregionale Anerkennung: Der Umweltkasper wurde zu einer Station der Kampagne „Deutschland Land der Ideen“. Der klassische Kasper also als Oberlehrer? Warken beschwichtigt: „Wir wollen auf keinen Fall mit dem Zeigefinger auftreten. Das Stück muss vor allem lustig sein.“

Die etwa hundert Kindergartenkinder, die sich in Riegelsberg eingefunden haben, lachen und schreien um die Wette. Sie protestieren lauthals, als der Umweltsünder, Räuber Schlapphut, seine Flaschen im Wald entsorgen will. „Das ist eine Pfandflasche!“, empört sich ein Mädchen. Bernd Broszeit, einer der beiden fest angestellten Puppenspieler des Theaters, sagt: „Der Kasper ist eher ein Kumpel, der auch Fehler macht.“

30 Stationen bis Ende des Jahres

Bis zu 80 000 Kilometer fährt Broszeit mit dem Umweltkasper pro Jahr durch ganz Deutschland. In Bayern sei der Unterricht einmal besonders anschaulich ausgefallen. „Als der Kasper fragte, wo der Papa immer das Altöl hinschüttet, meldete sich ein Junge und sagte: „In den Gully.“ Wie sich herausstellte, war es der Sohn des Bürgermeisters“, sagt Broszeit und grinst. Bis Ende des Jahres soll der Umweltkasper noch rund 30 Stationen in Deutschland anfahren. Die Kosten für die Tournee würden vom Umweltbundesamt übernommen, betont Warken. Kommunen, die sich bewerben möchten, bräuchten nur einen geeigneten Raum. Außerdem müssten pro Aufführung mindestens 150 Kinder zuschauen.

:: www.umweltkasper.de

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