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Triathlet Jan Frodeno greift am Sonntag den Weltrekord über die Ironman-Distanz an

Was macht einer, der schon alles gewonnen hat, was man gewinnen kann? Er setzt sich neue Ziele. Wenn er schon alle Titel im Besitz hat, dann muss es eben eine neue Bestzeit sein. Deswegen hat Jan Frodeno beschlossen, an diesem Sonntag bei der Challenge in fränkischen Roth die Weltbestzeit im Triathlon über die Ironman-Distanz zu knacken. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen muss der 34-Jährige dafür schneller absolvieren als 7:41:33 Stunden.

 

Seit fünf Jahren steht diese Zeit. Aufgestellt hat sie Andreas Raelert, lange Jahre einer der weltbesten Triathleten auf der Kurzdistanz, beheimatet am Olympiastützpunkt in Saarbrücken – und Trainingspartner von Frodeno. Als Raelert am 10. Juli 2011 in Roth diese unfassbare Zeit ins Ziel brachte, war der Rostocker 34 Jahre alt. Bestes Alter für einen Langstrecken-Triathleten – und genau so alt wie Frodeno heute.

 

Am Sonntagmorgen um 6.30 Uhr wird Frodeno den Kampf gegen die Zeit aufnehmen. „Das Schwierige ist, gegen ein Phantom anzutreten“, sagt der Hawaii-Sieger von 2015, fügt aber noch schnell hinzu: „Als erstes will ich aber erst einmal hier gewinnen. Denn Roth ist Kult.“ Es helfe ihm ja wenig, 7:40 Stunden zu schaffen, wenn ein anderer wie Vorjahressieger Nils Frommhold nach 7:39 Stunden ins Ziel käme.

 

Mit dem Projekt Weltbestzeit hat sich Jung-Vater Frodeno – der gemeinsame Sohn mit Frau Emma wurde Anfang des Jahres geboren – nach seinem Triumph-Jahr einen neuen Reizpunkt gesetzt. „Es geht auch darum, die Motivation hochzuhalten“, sagt der Olympiasieger von 2008. Im Vorjahr hatte er als erster Triathlet alles gewonnen, was es bei den Eisenmännern an wichtigen Titeln zu gewinnen gab: die Ironman-EM in Frankfurt, die WM über die halb so lange Strecke 70.3-Strecke und die WM beim Ironman-Klassiker auf Hawaii gewonnen.

 

Den Entschluss, in Roth zu starten, hatte Frodeno schon früh gefasst. Die Idee, Raelerts Rekord anzugreifen, entwickelte sich erst später. Dass alle auf ihn schauen werden, ist ihm bewusst. „Ich bin nicht so ein Lautsprecher wie manch anderer, der ganz laut brüllt, er will den Weltrekord brechen“, sagt er. Aber natürlich wisse er auch, dass sich der Triathlon weiterentwickeln müsse. „Und da kann ich mit einem neuen Weltrekord einen Beitrag leisten. Der Weltrekord zieht, das wollen die Leute hören.“

 

Um bei der Traditions-Veranstaltung im fränkischen Roth dabei zu sein und den nächsten Meilenstein zu erreichen, verzichtete Frodeno auf die Titelverteidigung in Frankfurt. Er beobachtete aus der Ferne, wie sich sein Kumpel und schärfster Konkurrent Sebastian Kienle zum zweiten Mal den Titel schnappte.

 

Die Saison-Vorbereitung lief für den Mann vom LAZ Saarbrücken allerdings nicht ideal. Ein Muskelfaserriss in der Wade schränkte sieben Wochen lang das Lauftraining auf. Den geplanten Start beim Ironman in Südafrika, wo er einen Teil seiner Kindheit verbrachte, musste er absagen. Stattdessen trat er beim Ironman Lanzarote Ende Mai an und sicherte sich als Zweiter die Qualifikation für die WM auf Hawaii.

 

Am ehesten sieht Frodeno die Möglichkeit, auf der Radstrecke Raelerts Marke anzugreifen. Der Rostocker, der derzeit eine Stressfraktur im Oberschenkel auskuriert, brauchte damals 4:11:43 Stunden für die 180 Kilometer. Eine Zeit, die Frodeno schon längst bei Rennen überboten hat.
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