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Trickdiebin ergaunert Geld von Saarbrücker Senioren

Saarbrücken. Als es klingelt, öffnet eine 87-Jährige die Tür. Eine junge Frau steht vor ihr und erzählt, sie müsse ihrer Tante in der Wohnung gegenüber eine Nachricht hinterlassen. Sie bittet um Zettel und Stift. Die Rentnerin lässt die junge Frau herein. In der Küche beginnt die Unbekannte, etwas aufzuschreiben.
Die hilfsbereite Seniorin verlässt arglos die Küche. Als sie zurückkommt, hat die Fremde ihre Notizen beendet und verlässt die Wohnung umgehend. Tags darauf bemerkt die Rentnerin, dass ihr Geldbeutel aus der Küchenschublade verschwunden ist.

Dudweiler: Ein 85-jähriger Mann geht zu seiner Garage, als eine Fremde behauptet, eine Nachricht für die Nachbarin hinterlassen zu wollen. Der hilfsbereite Senior lässt sie ins Haus. Am Schreibtisch beginnt sie, etwas zu notieren. Kurz darauf zückt die Besucherin einen 100-Euro-Schein und fragt den 85-Jährigen, ob er wechseln könne. Er holt den Geldbeutel, gibt der Frau die Scheine. Dann möchte die Besucherin die Toilette aufsuchen. Kurz darauf kommt sie zurück und verlässt schnell das Haus. Minuten später stellt der Mann fest, dass Geldbeutel und 100-Euro-Schein weg sind.
Malstatt: Eine 85-Jährige ist nach dem Einkaufen auf dem Heimweg. Sie wohnt in einem Mehrfamilienhaus. Eine junge Frau bietet der schwer bepackten Rentnerin an, die Einkaufstüten der 85-Jährigen nach oben zu tragen.
Sie erscheint der Rentnerin etwas aufdringlich, doch nach kurzem Überlegen willigt sie ein und lässt die junge Frau in die Wohnung, um die Taschen abzustellen. Für einen Moment verliert sie die Fremde aus den Augen. Erst am nächsten Morgen bemerkt die Seniorin, dass 150 Euro aus dem Geldbeutel fehlen.

Vier Fälle in Saarbrücken

Der Kriminaldienst der Polizei jagt die Diebin und warnt vor ihrer Masche. Kriminalhauptkommissar Raimund Hißler sagt: „Momentan gehen wir von nur einer Täterin aus. Sie könnte natürlich einen Komplizen oder eine Komplizin haben, sodass die beiden arbeitsteilig vorgehen.“
Hißler und seine Kollegen gehen von derzeit vier Fällen in Saarbrücken aus.

Zweimal scheiterte der Plan der Kriminellen. In beiden Fällen gab eine Anruferin bei älteren Damen vor, diese hätten in der Apotheke ein Rezept verloren, und sie wolle es nun vorbeibringen. Die Angerufenen reagierten richtig, erkundigten sich in der Apotheke. Dort war von einem herrenlosen Rezept nichts bekannt.
Die Täterin sucht sich offenbar ganz gezielt aus, wen sie bestehlen will. „Beim Einkaufen könnte sie das Opfer beobachten und ihm nach Hause folgen. Außerdem findet sie wohl auch im Telefonbuch ihre Ziele. Dabei stöbert die Frau nach Vornamen, die auf ältere Menschen schließen lassen“, sagte Hißler.
Da Kriminelle in solchen Fällen sehr schnell und geschickt handeln, würden ältere Menschen leicht zum Opfer, vor allem, wenn sie auch noch schlecht hören oder sehen. „Oft sind die älteren Mitbürger sehr hilfsbereit und gutgläubig, wenn es darum geht, jemandem einen Gefallen zu tun“, fügte Hißler hinzu.

Auch ein Profil der Diebin habe die Polizei mittlerweile entwickelt. Hißler: „Die Täterin ist vermutlich 25 bis 30 Jahre alt und etwa 1,65 Meter groß. Die Opfer beschrieben sie als schlanken Typ mit kurzem, blondem Haar.“
Raimund Hißler will ihr so schnell wie möglich das Handwerk legen. Er rät eindringlich: „Grundsätzlich sollte man fremde Personen nicht in die Wohnung lassen. Zur Sicherheit soll man eine zweite, fitte Person dazuholen.“

Hißler empfiehlt: „Wer Opfer eines Diebes wird oder wem eine Situation verdächtig vorkommt, sollte unter 110 sofort die Polizei rufen.“
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