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Trierer Bischof fordert Reform der katholischen Sexualmoral

Der katholische Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sich für deutliche Veränderungen in der katholischen Morallehre ausgesprochen.

Die Kirche müsse Gewissensentscheidungen der Menschen respektieren, forderte er in einem Gespräch mit der „Allgemeinen Zeitung“ in Mainz. So sei es nicht mehr zeitgemäß, die erneute Heirat geschiedener Eheleute als dauernde Todsünde aufzufassen und Wiederverheirateten keine Möglichkeit zu eröffnen, jemals wieder die Sakramente zu erhalten. Auch die Unterscheidung zwischen natürlicher und künstlicher Verhütung sei „irgendwie künstlich“, sagte Ackermann, der auch Oberhirte der meisten saarländischen Katholiken ist.

„Ich fürchte, das versteht niemand mehr.“ Die Kirche sollte nicht mehr jede Art von vorehelichem Sex als Sünde werten. „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern, aber Kriterien erarbeiten, anhand derer wir sagen: In diesem und diesem konkreten Fall ist es verantwortbar“, so Ackermann. Der Bischof sprach sich auch dagegen aus, Homosexualität „einfach als widernatürlich“ zu bewerten. Eine Segnung homosexueller Paare, wie es sie in der evangelischen Kirche gibt, sehe er aber nicht als eine Lösung. Die Kirche halte an der Einzigartigkeit der Ehe zwischen Mann und Frau fest.

Die Äußerungen des 50-Jährigen stehen im Zusammenhang mit einer vom Vatikan in Auftrag gegebenen Umfrage unter Katholiken zu Ehe, Familie und Sexualmoral. Deren Ergebnisse hatten die große Kluft zwischen offizieller Lehre und Lebenswirklichkeit der Laien offenbart. Den in den deutschen Bistümern gesammelten Rückmeldungen zufolge halten selbst die meisten gläubigen Katholiken die Lehrmeinung der Kirche für lebensfern.

Der Trierer Diözesansprecher der Reformbewegung „Wir sind Kirche“, Hanspeter Schladt, begrüßte die Aussagen Ackermanns. Die Frage sei nun, ob sie die Deutsche Bischofskonferenz umsetzen werde. „Ackermanns Worte hören sich gut an, aber er kann es nicht allein“, sagte Schladt. Es sei wichtig, die geschiedenen Wiederverheirateten wieder „voll und ganz“ zu den Sakramenten zuzulassen.

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