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Trinkwasser-Test: Stadtwerke sehen keinen Grund zur Panik

Saarbrücken/Köln. Es ist eine Hiobsbotschaft: In Deutschland soll das Trinkwasser in vielen Krankenhäusern, Rathäusern, Hochschulen, Seniorenheimen und Bahnhöfen mit teils gefährlichen Keimen verseucht sein. Davor warnt derzeit der TÜV Rheinland. Die Kölner Experten haben die Qualität des Leitungswassers auf Toiletten in zehn deutschen Städten stichprobenartig getestet. Dabei sind sie auf Legionellen-Kulturen gestoßen, die zu lebensgefährlichen Lungenerkrankungen führen können. Sogar Krankenhauskeime, die sogenannten Pseudomonaden, die zu entzündlichen Reaktionen im Körper führen, fanden sie. Also eine ernsthafte Bedrohung für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Die Kontrolleure haben auch Saarbrücken unter die Lupe genommen. Und auch hier entdeckten sie gefährliche Keime. „Wo wir fündig geworden sind, und um welche Keime es sich handelt, geben wir aber nicht bekannt“, sagt Rainer Weiskirchen, Sprecher vom TÜV Rheinland. Es ginge nicht um „Panikmache“. „Wir wollen die Menschen lediglich wachrütteln und ihnen sagen: Ihr müsst bei Leitungswasser aufpassen.“



Verunsichert haben die Test-Ergebnisse die Saarländer dennoch. Zahlreiche Anrufe beim TÜV Rheinland oder den Stadtwerken Saarbrücken belegen das. „Die Menschen fragen uns, ob sie jetzt ihr Leitungswasser nicht mehr trinken dürfen. Ob es gefährlich ist“, sagt Sarah Schmitt, Sprecherin der Stadtwerke. Müssen sich die Saarbrücker um ihr Leitungswasser sorgen? „Absolut nicht.  Unsere Wasserqualität ist erstklassig und keimfrei.“ Dass das Wasser im Saarland zu den hochwertigsten in Deutschland gehört, bestätigt auch TÜV Rheinland. Doch wie kann es dann zu der teilweise achtfachen Überschreitung des Grenzwertes bei den deutschlandweiten Tests kommen? „Die Keime kommen in den Häusern – ganz gleich ob private oder öffentliche Gebäude – in den Wasserkreislauf“, sagt TÜV-Sprecher Weiskirchen. „Die Keime bilden sich hauptsächlich in den Leitungen. Dort steht das Wasser oft tagelang, oder es fließt nur wenig Wasser mit geringen Druck durch. Dann bilden sich Keime.“ Auch alte Boiler oder eine schlechte Isolierung des Wasserkreislaufs förderten das Wachstum von „Keim-Kolonien“, warnt Martin Weisgerber, Geschäftsführer der Landesinnung Sanitär-, Heizungs- und Klempnertechnik. Aber: „Keime sind immer erst beim Überschreiten eines Grenzwertes gefährlich“, beruhigt der Experte. In Wohnhäusern werde dieser Wert nur selten erreicht. Denn Wasser müsse dafür über Monate in den Leitungen abstehen.

„Es reicht, das Wasser vor dem Trinken kurz, aber kräftig laufen zu lassen. Dann wird das alte Wasser, das in den Röhren stand und womöglich Keime gebildet hatte, weggespült“, klärt Sarah Schmitt auf. Außerdem sollte das Wasser regelmäßig aus allen Hähnen fließen. Und Warmwasser in den Boilern sollte auf mindestens 50 Grad vorgeheizt werden. Das hemme das Bakterienwachstum entscheidend.
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