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Trostlosigkeit am Alten Brühl in Völklingen: Schrottautos, wildes Parken und dubioser Müll

„Schön, dass Du da bist“: Der verblichene Aufkleber einer inzwischen fast in Vergessenheit geratenen Saarland-Kampagne prangt noch an dem schwarzen Fiat Bravo ohne Nummernschilder, der die Besucher am Mittwochnachmittag am Eingang zum Völklinger Alten Brühl empfängt. Der Ortsrat ist nahezu in kompletter Besetzung zusammen mit Bürgern aufgebrochen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. An der Heckscheibe des Autos klebt bereits der berühmte rote Punkt, der den Besitzer warnt – falls er jemals wiederkehrt. Und der Fiat steht mit seinem roten Punkt alles andere als alleine da. Solche Autos würden binnen eines Monats als Schrott entsorgt, bekräftigt Herbert Mailänder, als Chef des Ordnungsamtes im Rathaus mit vor Ort.

 

Tatort für Schrotthändler sei der Alte Brühl geworden, berichtet Ortsratsmitglied Wolfgang Lorenz (Grüne). Lorenz hat nach eigenen Angaben die Missstände, dokumentiert mit auf einer CD festgehaltenen Fotos, bereits dem Landesdenkmalamt angezeigt. Vom historischen Zentrum der Stadt, heutzutage durch Bahn und Südtangente von der City abgeschnitten, sind nur noch acht Häuser übrig geblieben. Anwohner Michael Esser übergibt Ortsvorsteherin Monika Roth (parteilos) eine CD mit Aufnahmen, die er kürzlich gemacht hat. Sie zeigen, wie auf einem direkt an den früheren Friedhof angrenzenden Firmengrundstück Müll in ein Loch geschüttet und anschließend mit dem Bagger zugeschaufelt wird. Reste, die vermutlich von Filtern stammen, ragen noch beim Ortstermin am Mittwoch aus dem Boden. Herbert Mailänder sagt dazu, das Landesamt für Umwelt- und Arbeitschutz sei eingeschaltet. Es gehe darum, die Beschaffenheit dieser Filter festzustellen, „und ob es etwas Gefährliches ist“. Der Alte Brühl, abseits der allgemeinen Aufmerksamkeit gelegen und dennoch schnell durch zwei Fußgängertunnels erreichbar, ist seit Jahrzehnten ein beliebter wilder Parkplatz. „Ich würde das Ding komplett umzäunen, dass da kein Auto mehr hin kann“, meinte nun SPD-Fraktionssprecher Klaus Hilgers. „Ich nehme dann den Leuten, die in der Stadt arbeiten, die Parkplätze weg, auch wenn keine Schrottautos mehr hinkommen“, entgegnete CDU-Fraktionschef Uwe Steffen. Ansonsten bleibt nur übrig, regelmäßig den Müll abzuräumen. „Wir können keinen ständig da hinstellen“, sagt Mailänder.

 

Wenn ein Plan von 2010 Wirklichkeit geworden wären, hätte die Ortsratsmitglieder statt des Autos mit dem roten Punkt ein Aussichtsturm samt Info-Pavillon begrüßt. Die frühere Grabungsfläche rund um die mittelalterliche Martinskirche (abgerissen 1937) und den alten Friedhof sollte zwar verfüllt bleiben, aber die Grundrisse durch Aufmauerungen an der Oberfläche sichtbar gemacht werden. Weiter waren ein Besucherparkplatz und ein Fuß- und Radweg von der Saar bis in die City geplant. Doch die nötigen rund 420 000 Euro sind derzeit offenbar nicht mehr aufzubringen. Wobei es insbesondere um den erforderlichen Eigenanteil der Stadt von rund 250 000 Euro geht. Das Projekt war zusammen mit der Neugestaltung der Rosselmündung an der Wehrdener Saarbrücke zu einem Förderprogramm mit dem Namen „Das Blaue Band“ angemeldet worden. Während die Rosselmündung im Frühjahr 2015 fertig war, blieb dagegen der Alte Brühl liegen.

 

Oberbürgermeister Klaus Lorig ( CDU ) hatte Anfang Juni im zuständigen Stadtratsausschuss zumindest eine Informationstafel versprochen. Von dieser war beim Ortsrats-Termin noch nichts zu erblicken.  
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