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Trotz Defizits: Saar-Fähre Welles soll weiter fahren

Nachrichten aus der Region Merzig.

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Mettlach. Für ein touristisches Aushängeschild des Kreises soll ein neues Finanzierungsmodell gefunden werden: Die Fähre Welles an der Saarschleife bei Dreisbach ist die einzige Flussfähre des Saarlandes – und sehr beliebt bei Radfahrern, Spaziergängern und Ausflüglern, die mit der Fähre von einer Seite der Saar zur anderen wechseln. Aber die prekäre Haushaltssituation der Gemeinde Mettlach macht ein neues Betriebskonzept für die Fähre erforderlich. Diese wird derzeit betrieben von der Saarschleife-Touristik, einem Eigenbetrieb der Gemeinde Mettlach. Jahr für Jahr bleibt allein durch den Fährbetrieb unterm Strich ein Minus von 30 000 Euro. Das Defizit ihres Tourismus-Eigenbetriebs, zu dem auch der Betrieb der Saarschleifen-Fähre beiträgt, muss die Kommune Jahr für Jahr durch einen Griff in die Gemeindekasse stopfen.

Wenn nun in Kürze die verfassungsmäßig verankerte Schuldenbremse zu strengem Sparen auf allen staatlichen Ebenen zwingt, trifft das auch die ohnehin von ihrem hohen Schuldenberg geplagte Gemeinde Mettlach hart. Als Konsequenz daraus wird, wie der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Mettlacher Gemeinderat, Markus Rausch, erklärte, auch die Saarschleife- Touristik erheblich einsparen müssen. Die Summe, um die es dabei geht, ist nach Angaben von Rausch erheblich höher als das Defizit durch den Fährbetrieb.

Dennoch sind die Gemeinde und auch der Landkreis fest entschlossen, den Fährbetrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten. Das versicherten Mettlachs Bürgermeister Carsten Wiemann (SPD) und Daniela Schlegel-Friedrich (CDU), Landrätin des Kreises Merzig- Wadern, einmütig gegenüber der SZ. „Wir sind einvernehmlich der Meinung, dass wir die Fähre als touristisches Alleinstellungsmerkmal des Kreises erhalten wollen“, hieß es von beiden Verwaltungschefs.

Kreis und Gemeinde seien sich einig, dass die Fähre wegen ihrer besonderen Bedeutung allen Sparzängen zum Trotz nicht wegfallen dürfe. Landrätin Schlegel-Friedrich sagte: „Die Fähre bringt viele Ausflügler zur Burg Montclair.“ Zudem ermögliche sie Radfahrern den Wechsel von einer Flussseite zur anderen und sei für Wanderer ein besonderes Schmankerl auf ihrem Marsch auf den Wegen rund um die Saarschleife. „Wir sind uns der touristischen Bedeutung und der Einzigartigkeit der Fähre als einziger Saarfähre im Land sehr bewusst“, betonte Schlegel- Friedrich.

Wie die Finanzierung der Saarschleifen-Fähre in Zukunft aussehen könne, darüber sollen sich nun Matthias Hießerich, Geschäftsführer der Saarschleife- Touristik, und sein Kollege Peter Klein von der Dreiländereck- Touristik, der Tourismus- Gesellschaft des Kreises, Gedanken machen. Nach den Worten von Bürgermeister Wiemann könnte das neue Finanzierungskonzept in den kommenden Wochen vorliegen. Dabei sollen vorrangig externe Geldtöpfe angezapft werden. Wie Carsten Wiemann ergänzte, habe der Kreis schon im vergangenen Jahr die Gemeinde in Sachen Fähre unterstützt, indem er für die Ausbildung eines neuen Fährmannes einen Zuschuss von 5000 Euro gewährte.

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