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Trotz Flaute will Bosch Produktion steigern und Jobs schaffen

3,6 Millionen Diesel-Injektoren für Nutzfahrzeuge (Bild) sollen 2013 bei Bosch in Homburg produziert werden.

3,6 Millionen Diesel-Injektoren für Nutzfahrzeuge (Bild) sollen 2013 bei Bosch in Homburg produziert werden.

Trotz einer Absatzflaute auf dem Markt für Autos und Nutzfahrzeuge in Europa ist die Autozulieferer-Sparte von Bosch zuversichtlich, die Produktion in den Homburger Werken in diesem Jahr um fünf Prozent steigern zu können. Das kündigten die Direktoren der Werke, Franz Folz (kaufmännisch) und Thomas Gönner (technisch), gestern bei der Präsentation der Jahresbilanz an. Denn in Asien und den USA sei die Nachfrage hoch. So sollen unter anderem 6,9 Millionen Diesel-Injektoren für Pkw gebaut werden und 3,6 Millionen für die Nutzfahrzeuge. Diese Injektoren pumpen den fein zerstäubten Diesel- Kraftstoff mit hohem Druck (mittlerweile bis zu 2500 Bar) in die Zylinder. Von den vorgeschalteten Hochdruck-Speichern sollen 1,9 Millionen Stück gefertigt werden.

Sie bilden zusammen das sogenannte Common-Rail-System. Dabei presst eine Pumpe den Diesel in den Hochdruckspeicher, der die Form eines Rohres hat. Daran angeschlossen sind die Injektoren, die die Zylinder mit Kraftstoff versorgen. Von den Pkw-Injektoren wird bereits die vierte Generation in Homburg produziert, im Lkw-Bereich sind es drei Generationen. Bosch baut an der Saar auch technische Dauerbrenner. So sollen in St. Ingbert noch 32 000 Reihenpumpen gefertigt werden. Diese werden seit 51 Jahren gebaut und sind für besonders große Dieselmotoren konzipiert.

Insgesamt beschäftigt Bosch in seinen Homburger Werken nach Angaben von Folz und Gönner 5660 Mitarbeiter. Ein Jahr zuvor waren es 300 mehr. „Das Unternehmen hat Zeitverträge nicht mehr verlängert und mit älteren Mitarbeitern eine Vorruhestandsregelung vereinbart“, sagt Folz. Von diesen 5660 Beschäftigten arbeiten 4780 in der Fertigung für Diesel-Komponenten sowie in der Entwicklung neuer Systeme.

Außerdem ist Homburg das weltweite Leitwerk für die Nutzfahrzeug- Injektoren sowie die Rail- und Reihenpumpen- Fertigung. Damit verbunden ist, dass Werke in Japan, Korea, China, Indien, Brasilien oder den USA von Homburg aus betreut werden. 770 Frauen und Männer sind beim Schwester-Unternehmen Bosch Rexroth beschäftigt, das unter anderem hydraulische Steuerungen für Landmaschinen oder Werkzeug-Maschinen produziert. Die dritte Bosch- Einheit in Homburg ist die Firma Moehwald (110 Mitarbeiter), die vor allem Prüfstände für Diesel- und Benzineinspritz- Systeme herstellt.

Bosch will auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Dies soll bei der Bosch Emission Systems GmbH (BESG) in Neunkirchen geschehen. Dieses Gemeinschafts- Unternehmen mit den Partnern Eberspächer (Abgas- Systeme) und Deutz (Motorbau) war vor drei Jahren aus der Taufe gehoben worden. BESG baut Abgasreiniger für Traktoren, Mähdrescher oder Bagger, aber auch für stationäre, mit Dieselmotoren angetriebe Anlagen. Gefertigt werden die Reiniger bislang in einer Halle des Neunkircher Eberspächer-Werks. Inzwischen sind Eberspächer und Deutz aus der Partnerschaft ausgestiegen. Bosch ist auf der Suche nach einem neuen Standort, wo die Fertigung erweitert werden kann. Die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 76 auf 250 steigen. Die Standort- Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen.
Lothar Warscheid

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