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Trotz Protest: Saar-Regierung will fünftes Grundschuljahr

Saarbrücken. Die Landesregierung will ungeachtet des öffentlichen Protests das fünfte Grundschuljahr zum Schuljahresbeginn 2012/2013 einführen. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) warb gestern in einer Regierungserklärung für die Reformpläne. Ein längeres gemeinsames Lernen bringe größere Bildungschancen für alle Kinder mit sich. Vor allem Spätzünder und Kinder aus Migrantenfamilien profitierten davon.

„Insellösung“ im Bundesländer-Vergleich bemängelt

Kritik an dem Vorhaben war bereits von Lehrerverbänden, Gewerkschaften und Teilen des Koalitionspartners FDP gekommen. So hatte der Abgeordnete Christian Schmitt die „Insellösung“ im Bundesländer-Vergleich bemängelt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), deren Chef Kessler war, hatte von einer „bildungspolitischen Sackgasse“ gesprochen. Großem Aufwand stehe geringer pädagogischer Nutzen gegenüber.

„Breit angelegter Informations- und Diskussionsprozess“

Kessler bezeichnete im Landtag eine von vier auf fünf Jahre verlängerte Grundschulzeit als „durchaus sinnvoll“. Deutschland und Österreich seien in Europa die einzigen Länder, in denen Kinder bereits mit zehn Jahren auf andere Schulformen aufgeteilt werden. Der Minister kündigte einen „breit angelegten Informations- und Diskussionsprozess“ an. Eine Schulreform könne nur erfolgreich sein, wenn sie von einem „Großteil der Bevölkerung“ getragen werde. Das fünfte Grundschuljahr macht eine Verfassungsänderung notwendig. Dafür werden auch Stimmen der Opposition benötigt.

Die SPD erwartet von der Landesregierung eine „umfassende gutachterliche Bewertung“ über pädagogische Vor- und Nachteile des geplanten fünften Grundschuljahres, sagte Fraktionsvize Ulrich Commerçon. Die Linkspartei-Abgeordnete Barbara Spaniol sah einen faulen Kompromiss, den die Grünen mit ihren Koalitionspartnern CDU und FDP eingegangen seien. CDU-Fraktionschef Klaus Meiser warb für einen „großen gesellschaftlichen Konsens in der Bildungspolitik“. Die Union stimme einem fünften Grundschuljahr zu, wenn dies quasi zum ersten Gymnasialjahr werde.

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