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Trotz Sparzwang: Theologie ist an Saar-Uni gesichert

Seitdem der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen zur Hochschulentwicklung veröffentlicht hat, ist an der Saar-Universität nichts mehr, wie es war. Viele Fächer bangen um ihre Zukunft, selbst große und traditionsreiche Studiengänge wie die Rechtswissenschaft sollen plötzlich auf den Prüfstand. Das empfiehlt der Wissenschaftsrat auch für kleine Fächer der Philosophischen Fakultät. „Explizit“, so die Gutachter, soll das auch für die Katholische und Evangelische Theologie gelten.

Doch das ist rechtlich gar nicht ohne Weiteres möglich. In unkündbaren Verträgen haben sich die Kirchen vom Land die Existenz der Theologie-Studiengänge garantieren lassen – bis hin zur Festlegung der Zahl der Professoren. Die Vereinbarungen mit dem Heiligen Stuhl und den Evangelischen Kirchen im Rheinland und der Pfalz stammen aus dem Februar 1985. Der damalige Ministerpräsident Werner Zeyer (CDU) wurde kurz nach der Unterzeichnung der Verträge zwar abgewählt, doch auch der neue Landtag mit SPD-Mehrheit ließ die Verträge passieren. In beiden Verträgen heißt es, Aufgabe sei in der Lehre insbesondere die Ausbildung von Religionslehrern. Die Kirchen sicherten sich Einfluss auf die Studien- und Prüfungsordnungen sowie auf die Berufung von Professoren. In Zusatzprotokollen ist sogar die personelle Ausstattung der Fächer genau geregelt. Dem Heiligen Stuhl gestand das Land „mindestens vier Stellen für Professoren auf Lebenszeit“ zu, den evangelischen Kirchen vier.

Eine Regelung über eine Kündigungsmöglichkeit enthalten die Verträge nicht, wie die Staatskanzlei der SZ bestätigte. Es wurde lediglich vereinbart, Differenzen etwa bei der Auslegung „freundschaftlich“ zu lösen. Eine Vertragspartei könnte sich aber – so ist in einem staatskirchenrechtlichen Standardwerk aus dem Jahr 1989 zu lesen – einseitig vom Vertrag lossagen, wenn sich seit Vertragsschluss die Umstände so tiefgreifend geändert haben, dass ihr die Erfüllung des Vertrages nicht mehr zugemutet werden kann. Wann aber ist das der Fall? Reichen finanzielle Probleme des Landes aus? Die Landesregierung will das Gutachten des Wissenschaftsrates nun erst einmal prüfen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Im Falle der Theologie gelte es, die „besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen“ zu beachten. Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland pocht darauf, dass die Prüfung „im Rahmen des geltenden Staatskirchenvertrages erfolgt“. Im Einvernehmen zwischen Kirchen und Land seien schon seit Mitte der 1990er Jahre von den vereinbarten vier Professuren nur drei besetzt, teilte die Kirche der SZ mit. „Eine weitere Absenkung würde eine Verschlechterung in der Qualität der Lehre bedeuten, der die Kirche nicht zustimmen kann. Im Saarland brauchen wir gut ausgebildete Religionslehrerinnen und -lehrer. Dafür ist das Fach Evangelische Theologie unverzichtbar.“

Das Bistum Trier wollte „den Gesprächen mit der Landesregierung jetzt nicht mit öffentlichen Stellungnahmen vorgreifen“, wie ein Sprecher sagte. Eine erste Gelegenheit zum Gespräch gibt es schon heute, wenn die Bischöfe von Trier und Speyer zum jährlichen Spitzentreffen mit der Landesregierung nach Saarbrücken kommen

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