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Trotz billig: Saarländer wollen nicht nach Ägypten

Saarbrücken. Ägypten und Tunesien waren begehrte Reiseziele, nicht zuletzt, weil sie mit günstigen Angeboten lockten. Doch die Konflikte in der arabischen Welt ließen die Touristenzahlen einbrechen, die Reiseunternehmen mussten gar die Angebote kurzzeitig aus dem Programm nehmen. Nun hat das Auswärtige Amt die Reisewarnungen wieder aufgehoben und gleich schon wirbt der Entwicklungsminister Dirk Niebel auf der weltgrößten Reisemesse ITB in Berlin für die beiden arabischen Länder. Ägypten und Tunesien locken auch wieder mit Schnäppchenpreisen, aber nach Auskunft von Reiseunternehmen ist die Nachfrage bisher eher verhalten.

Buchungen zum Teil stark zurückgegangen

Auf der Tourismusbörse gab der Entwicklungsminister an, die beiden Urlaubsländer seien vom Tourismus abhängig, es trage daher zur Stabilität bei, wenn die Urlauber zurückkämen. Doch die Urlauber sind verunsichert, was Cathrin Spichala, Pressesprecherin des Reiseunternehmens TUI, auf Anfrage bestätigt. „Die Buchungen sind zum Teil stark zurückgegangen“, sagt sie. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich für das Urlaubsland Tunesien in der aktuellen Wintersaison 28 Prozent weniger Kunden entschieden, für die bevorstehende Sommersaison sind es gar 50 Prozent. Nach Ägypten wollen jetzt 24 Prozent weniger Touristen reisen, für den Sommer sind es 22 Prozent. Dabei habe TUI für diese Urlaubsländer besondere Angebote im Programm. Aber die Kunden reagierten verhalten darauf. Für den Sommer sei bisher auch nur eine Kapazität von 60 Prozent an Flügen geplant. „Wir können aber aufstocken, wenn die Nachfrage steigt. Allerdings rechnen wir dieses Jahr noch nicht damit“, sagt Spichala.

„Wir haben Anfragen für Tunesien, aber bisher sehr wenige“, sagt Stefan Bähr vom Thomas-Cook-Reisebüro in Saarbrücken. Auch dort reagierten die Kunden eher skeptisch, würden nach Alternativen fragen. Als Beispiel nennt Bähr Marokko, ein Urlaubsziel, das derzeit stärker nachgefragt werde. „Doch diese Reiseziele können preislich nicht mithalten“, sagt er. Er persönlich empfiehlt Djerba, würde dort selbst Urlaub machen wollen – ohne Bedenken. hth

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