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U-Ausschuss 4. Pavillon: Experte widerspricht Pfusch am Museum

Im Untersuchungsausschuss »Vierter Pavillon« hat der Ingenieur
für Brandschutz den Vorwurf von Planungsfehlern zurückgewiesen.(Archivbild)

Im Untersuchungsausschuss »Vierter Pavillon« hat der Ingenieur für Brandschutz den Vorwurf von Planungsfehlern zurückgewiesen.(Archivbild)

Brandschutz im Museum war das beherrschende Thema gestern im parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Vierter Pavillon“. Insbesondere die Oppositionspolitiker Michael Neyses (Piraten) und Hubert Ulrich (Grüne) spielten sich bei der Zeugenvernehmung gegenseitig die Bälle zu. Beide sind bemüht, zu klären, ob Aussagen von Meinrad Maria Grewenig, früherer Interimsvorstand der Stiftung Kulturbesitz, und der Ingenieurgesellschaft WPW über angeblichen Pfusch beim Museumsneubau berechtigt sind. So hatte WPW in einem Gutachten unter anderem behauptet, „dass eine Überarbeitung der Brandschutzkonzepte erforderlich ist“ und ein Baustillstand wegen mangelhaftem Brandschutz unvermeidbar gewesen sei.

Der Mann, der das Brandschutzkonzept für den zwischenzeitlich offiziell vom Museumsneubau in „Anbau“ umgenannten Betonklotz erstellt hat, saß gestern im Zeugenstand: Jörg Mühlhäusler (71) von der KMW Ingenieure GmbH. Der Brandschutzexperte offenbarte, dass sein Konzept ohne Beanstandung von der Bauaufsicht akzeptiert wurde. Die Kritik der WPW-Ingenieure sei für ihn ebenso wenig nachvollziehbar, wie der mit Brandschutzlücken begründete Baustopp. Mühlhäusler betonte aber, dass es bei den bestehenden drei Pavillons „konkrete Gefahr“ gebe. Er sprach von „Sicherheitsmängeln“. Zuvor hatte eine Sachbearbeiterin der Saarbrücker Bauaufsicht erklärt, das mit dem Bauantrag für den Neubau vorgelegte Brandschutzkonzept sei „als ausreichend empfunden“ worden.

„Die Lüge vom Baupfusch“

Nach Angaben von Piraten und Grünen hat anschließend der Architekt Janek Pfeufer bestätigt, dass der ursprünglich geplante Bau bis Ende 2011 für 25 Millionen hätte fertig gestellt werden können. Grünen-Chef Ulrich: „Allein durch den von Herrn Grewenig verhängten Baustopp sind Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro zu befürchten.“ Der Ausschuss werde immer stärker zum „Untersuchungsausschuss Grewenig“. Pirat Neyses fragt, ob Grewenig unbedingt seine Vision vom Vierten Pavillon durchsetzen wollte. Er spricht von der „Lüge vom Baupfusch“.
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