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U-Ausschuss Pavillon: Hat Ex-Stiftungs-Vorstand Mehrkosten verursacht?

Immer noch eine Baustelle - und die Fertigstellung kostet auf jeden Fall weit mehr als 30 Millionen Euro: der Saarbrücker Museums-Erweiterungsbau. (Archivbild)

Immer noch eine Baustelle - und die Fertigstellung kostet auf jeden Fall weit mehr als 30 Millionen Euro: der Saarbrücker Museums-Erweiterungsbau. (Archivbild)

Nicht der Teufel, manche Erkenntnis steckt beim Pavillon-Untersuchungsausschuss im Detail. So musste der frühere Stiftungs-Interims- Vorstand Meinrad Maria Grewenig bei seiner mehrstündigen Zeugenvernehmung im Pavillon- Ausschuss zumindest in einem Punkt einräumen, dass die von ihm einst angeprangerten „Planungsfehler“ keine waren. Der Neubau mag zwar nach saarländischem Recht behindertengerecht konzipiert gewesen sein, sagte Grewenig gestern. Jedoch sei es ihm unverantwortlich erschienen, in einem „Museum des 21. Jahrhunderts“ und in Zeiten, da Inklusion Thema Nummer eins sei, nicht Sorge dafür zu tragen, dass auch schwerst gehandicapte Menschen in alle Etagen gelangen können. Dass dies zu Umplanungen bei den Aufzügen geführt hätte, bestritt Grewenig nicht. Dieser Punkt blieb jedenfalls der erste und einzige „Beweis“ für die seit Wochen transportierte pauschalierende These der Opposition vom „Kostentreiber“ Grewenig.

So erfolgte gestern ein munter-bissiger Schlagabtausch mit dem Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich und Michael Neyses (Piraten). Heinz Bierbaum (Linke) fasste das Sitzungsergebnis dann wie folgt zusammen: „Die Baumängel wurden vorgeschoben. Grewenig hat versucht, seine Vorstellungen durchzusetzen. Doch neue Anforderungen sind kein Beleg für Planungsfehler und sie verursachen Mehrkosten.“ Breiten Raum nahm auch die Ursachenforschung für den von Grewenig 2011 verantworteten Baustopp ein. Grewenig erklärte, die von ihm auf rund vier Millionen Euro geschätzte Finanzierungslücke allein habe nicht den Ausschlag gegeben. Sondern ein Zusammenspiel vieler Faktoren, die ihm ein seriöses Vorgehen unmöglich gemacht hätten: „Ich sollte innerhalb von drei Stunden all das nachholen, was drei Monate lang vom früheren Bauherren nicht entschieden worden war.“

Freilich nannte Grewenig auch das „K.o.“-Argument für den Baufortschritt: die Urheberrechtsproblematik, die sich durch den Ausstieg von twoo-Architekten aus dem Projekt ergeben habe, die zeitlich vor seinem Amtsantritt lag. In der Vertragskündigung sei von „Entstellung“ ihrer Ideen durch das Team Melcher/ Marx die Rede gewesen. Für Grewenig ein „No Go“. Geklärt werden konnte gestern, dass Grewenig selbst es war, der den von der Opposition als „Gefälligkeitsgutachten“ betitelten Baumängel-Bericht beim Büro WPW in Auftrag gegeben hat. An dessen Validität hielt Grewenig weiter fest, obwohl mehrere Zeugen zuvor im Ausschuss den „Pfusch-am- Bau“-Kritikpunkten glaubhaft widersprochen haben. Grewenig seinerseits widersprach deren Behauptung, der Bau hätte problemlos bis 2012 fertig gestellt werden können: „Niemand in der Stiftung glaubte daran.“ Und die Baukosten von 24 Millionen? Der Projektleiter selbst sei von 26 Millionen Euro ausgegangen, so Grewenig. „Dafür hätte man vielleicht einen Baumarkt hinstellen können, aber kein Museum von internationalem Standard.“
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