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USA verhängen Strafzölle gegen die Dillinger Hütte

Symbolbild

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Saarländische Stahlarbeiter bangen angesichts der Billig-Konkurrenz aus China um ihre Existenz. Heute wollen sie mit Tausenden Kollegen aus ganz Europa in Brüssel demonstrieren. Und jetzt das: Die Dillinger Hütte muss in den Vereinigten Staaten Strafzölle zahlen. Das berichteten gestern mehrere Medien. Die Hütte bestätigte der SZ den Vorgang. Aus Unternehmenskreisen hieß es, dass sowohl die Konzernmutter als auch die französische Tochter Dillinger France in Dünkirchen betroffen sind. Für die Bleche von der Saar würden knapp sieben Prozent Strafzoll auf den Verkaufspreis erhoben. Bei Dillinger France seien es 13 Prozent. Noch sind die Zölle vorläufig. Außerdem hat das US-Handelsministerium auch gegen andere Stahlkocher aus Europa und Asien Strafzölle verhängt.

Im Gesamtabsatz der Hütte „spielt der Markt USA eine begrenzte Rolle“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Insider sagen, dass in erster Linie die US-Werke des deutschen Röhrenherstellers Europipe mit Grobblechen der Hütte beliefert werden. Sie hält zusammen mit der Salzgitter AG je 50 Prozent der Europipe-Anteile. Die Werke befinden sich in Panama City (Florida) und Mobile (Alabama). Vor allem Dillinger France profitiert von der guten Europipe-Auslastung in den USA.

„Das ist ein Witz“, sagt Michael Fischer, Betriebsratsvorsitzender der Dillinger Hütte . „Wir müssen uns gegen chinesischen Billigstahl wehren und sollen jetzt auch noch für die Belieferung unserer eigenen Werke in den USA einen Strafzoll zahlen.“ Allerdings sind andere Projekte wohl ebenfalls betroffen. So werden auch Grobbleche mit Strafzöllen belegt, die im Haus- und Brückenbau, als Maschinenteile und im Schiffsbau eingesetzt werden. „Dillinger hatte in den USA in den vergangenen Jahren einen strategisch interessanten Absatz für hochwertige Produkte“, heißt es dazu in der Mitteilung der Hütte. Die Ermittlungen waren von dem US-Konzern Nucor sowie den amerikanischen Töchtern von Arcelor-Mittal (Luxemburg) und SSAB (Schweden) beantragt worden.

„US-Strafzölle gegen die Dillinger Hütte sind verheerend und völlig inakzeptabel. Scheinbar hatte das bei der Landesregierung niemand auf dem Plan“, kritisierte FDP-Landeschef Oliver Luksic das bisherige Schweigen auf der politischen Seite. > : Meinung

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