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Über 4000 Neonazi-CDs und 3,5 Kilo Drogen in Losheim beschlagnahmt

Kriminaloberrat Michael Klein, Chef der Staatsschutzabteilung der Polizei, zeigte einen Teil der Beweisstücke: kiloweise Drogen, kistenweise rechtsextreme CDs, Waffen, Munition und Computer.

Kriminaloberrat Michael Klein, Chef der Staatsschutzabteilung der Polizei, zeigte einen Teil der Beweisstücke: kiloweise Drogen, kistenweise rechtsextreme CDs, Waffen, Munition und Computer.

Merzig/Losheim. Der Anrufer gab nicht auf. Immer wieder klingelte im Konferenzraum der Staatsschutzabteilung der Saar-Polizei gestern um die Mittagszeit ein Handy. Es hob aber niemand ab. Ein Polizist meinte, es rufe möglicherweise jemand an, der auf eine Lieferung von Drogen oder rechtsextremen CDs wartete. Den Anrufer werden die Beamten bei der Auswertung der Telefondaten ermitteln. Das Handy lagerte in einer Kiste mit Material, das am Mittwoch bei einer Groß-Razzia gegen die rechte Szene im Saarland sichergestellt wurde. Staatsschutzchef Michael Klein und seine Ermittler präsentierten gestern in einer improvisierten Presse- konferenz einen Teil der be- schlagnahmten Beweisstücke. Über 4000 CDs mit rechtsextremen Liedern, mehrere Tausend Euro Bargeld, etwa 3,5 Kilogramm Amphetamine, vier Computer, einen Laptop sowie mehrere Speichermedien. Beschlagnahmt wurde auch ein Safe, dessen Besitzer sich bislang noch weigert, die Zahlen- kombination zu verraten.

Der Kleintresor, den jetzt Kriminaltechniker öffnen müssen, gehört einem 30-jährigen Losheimer. Er sitzt seit Mittwochabend in Untersuchungshaft. Der Mann stuft seine politische Einstellung auf seiner Facebook-Seite im Internet selbst als „rechts“ ein und bezeichnet sich dort auch als Rassist. Er ist für die Polizei kein Unbekannter, schon mehrfach wegen Körperverletzungsdelikten aufgefallen. Von ihm ist bekannt, dass er mit der rechts- extremen Kameradschaft „Saarstaffel“ sympathisiert hat. Jetzt werden ihm Volksverhetzung, Gewaltdarstellung, Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz sowie Drogenhandel in nicht geringen Mengen vorgeworfen. In seiner Losheimer Wohnung, die er sich mit einem weiteren Beschuldigten teilt, waren 2,5 Kilo Drogen versteckt. Bei seiner Festnah- me hatte der nicht berufstätige Mann 2100 Euro in der Tasche. 60 Polizisten waren am Mitt- woch bei der Großrazzia, die bundesweit mit etwa 40 Behör- den abgestimmt war, im Einsatz. Im Saarland wurde an zehn Adressen in Saarbrücken, Völklingen, Losheim, Dillingen und Merzig durchsucht. Dabei entdeckten die Fahnder auch verbotene Waffen und Symbole. In Chemnitz fand zeitgleich eine Durchsuchung bei einem 30-Jährigen statt. Er gilt als der Lieferant, der dem Losheimer die rechtsextreme Musik verkaufte. Für die Ermittler steht fest, dass der Losheimer gemeinsam mit einem 26-Jährigen Merziger gewerbsmäßig mit diesen CDs im Wert von mehreren Tausend Euro handelte.

Seinen Lebensunterhalt bestritt der 1982 in Völklingen geborene Mann mit letztem Wohnsitz in Losheim offenbar auch mit Drogenhandel. Mit fünf weiteren Beschuldigten im Alter von 25 bis 35 Jahren war er angeblich im Drogenmilieu aktiv. Gegen einen dieser Mittäter, einen 35 Jahre alten Merziger, hat die Staatsanwaltschaft ebenfalls Haftbefehl beantragt. Bei ihm wurden 958 Gramm Drogen gefunden. Seine Vorführung beim Haftrichter wurde gestern Nachmittag unterbrochen.

Innenministerin Monika Bachmann (CDU) sprach ges- tern von einer erfolgreichen Aktion gegen die rechte Szene im Saarland. Mit Polizeipräsi- dent Norbert Rupp und Kripochef Harald Schnur gratulierte sie den Beamten, die seit genau einem Jahr auf der Spur des Hauptverdächtigten waren.

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