Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Überfälle mit angeblicher HIV-Spritze: 8 Jahre Haft

Ein heroinabhängiger Mann, der bei mehreren Raubüberfällen auf Geschäfte Mitarbeiter mit angeblich aidsverseuchten Spritzen bedroht hat, muss für acht Jahre ins Gefängnis und in eine geschlossenen Einrichtung zur Drogentherapie. Dazu hat ihn gestern das Landgericht wegen zum Teil besonders schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Der 40 Jahre alte Saarländer hatte die Taten zuvor gestanden.

Eine Verkäuferin berichtete, wie der Mann in den Laden kam und rief: „Ich habe Aids und nur noch kurze Zeit zu leben – mach’ keinen Fehler – gib’ mir das Geld – nur Scheine“. Dabei habe der Mann ganz dicht mit der Injektionsnadel vor ihr gestanden. Vier solcher Fälle gab es zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 in der Saarbrücker Innenstadt. Bei einem fünften Raubüberfall hatte der Täter eine Pistole. Überfallen wurden ein Telefon-Laden, eine Mode-Boutique, ein Dessous- Geschäft, ein Trauring-Studio und ein Friseursalon. Die erbeuteten Beträge lagen zwischen 70 und 1000 Euro.

Weitere Fälle eingestellt Es gab noch weitere Anklagen gegen den Mann, unter anderem wegen Körperverletzung, die er zusammen mit seiner Freundin begangen haben soll. Die meisten Fälle wurden eingestellt – angesichts der Schwere der hier genannten Straftaten. Die Freundin, ebenfalls drogenabhängig, ist inzwischen gestorben; ebenso starb ein Freund in einer Gefängniszelle.

Der Angeklagte begann mit 16 Jahren mit dem Kiffen, mit 19 stieg er um auf Heroin und ist nie richtig davon losgekommen. Eine Ausbildung zum Bauschlosser hat er abgebrochen, gearbeitet hat er nie. Die meiste Zeit seines Erwachsenenlebens hat er im Gefängnis verbracht. Eine Therapie in Merzig hat er abgebrochen. „Es war die Hölle dort“, sagte er. Jetzt will er es noch einmal versuchen. Sollte er diese Chance nicht nutzen, werde er möglicherweise in der Sicherungsverwahrung enden, warnte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.


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