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Überflüssig? Notrufsäulen verschwinden von Saar-Autobahnen

Hans-Jürgen Neisius von der Fernmeldemeisterei des Landesamts für Straßenwesen testet eine Notrufsäule auf der A6 am Rastplatz Kahlenberg bei St.Ingbert am Donnerstag (8.8.2013).

Hans-Jürgen Neisius von der Fernmeldemeisterei des Landesamts für Straßenwesen testet eine Notrufsäule auf der A6 am Rastplatz Kahlenberg bei St.Ingbert am Donnerstag (8.8.2013).

Im Saarland werden die 140 Notrufsäulen an Bundes- und Landstraßen 2014 abgebaut. Das hat Telekom- Sprecher Niels Hafenrichter der SZ bestätigt. Es habe heute fast jeder Autofahrer ein Handy dabei. Damit sei die drahtgebundene Übermittlung von Notrufen technisch überholt. Der Betrieb der Notruftelefone koste zudem viel Geld, teilte das Führungs- und Lagezentrum der saarländischen Polizei mit. Entwendete und beschädigte Säulen werden nach Telekom-Angaben inzwischen nicht mehr repariert, sondern gleich abgeschaltet. Doch die letzte saarländische Notrufsäule wird frühestens in acht Jahren abgeschaltet. Denn anders als an Bundes- und Landstraßen bleiben die 327 Exemplare an den Autobahnen im Saarland auch weiterhin bestehen, sagt Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau in Neunkirchen.

„Die Säulen findet man derzeit an jeder Anschlussstelle, an jedem Parkplatz und auf der freien Strecke mindestens alle zwei Kilometer. Die Verbindungen werden über das Fernmeldenetz und etwa 300 Kilometer Kupfer- Fernmeldekabel geschaltet. Technischer Betrieb, Wartung und Instandsetzung erfolgen im Saarland durch die Fernmeldemeisterei Rohrbach“, erklärt Kosok. 2011 sei der Vertrag mit dem Bund über die Wartung der Anlagen an den Autobahnen für zehn Jahre verlängert worden. Also sei der Bestand bis 2021 gesichert, dann aber fraglich, so Kosok. Denn im Bundesverkehrsministerium überlege man, dieses System abzuschalten.

Doch die Notrufsäule hat auch ihre Vorteile, wie Petra Peter-Antonin, Sprecherin der Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach, betont: „Notrufe sind zwar über das Mobiltelefon durch die einheitliche Notrufnummer 112 ohne Probleme möglich; bei Pannen setzt dies aber die Kenntnis einer entsprechenden Service- Rufnummer voraus. Ein weiterer Vorteil der Notrufsäulen ist die einfache Lokalisierung des Notrufenden.“ Bei Anrufen über Mobiltelefone könne dies größere Probleme bereiten. Hier könnten neue Systeme wie der automatische Notruf „eCall“ weiterhelfen, erklärt Peter-Antonin. Das Notrufsystem für Kraftfahrzeuge verfüge über eine Eigenortung.

Die Europäische Kommission habe angekündigt, dass eCall ab Oktober 2015 verbindlich eingeführt werden soll. Bei einem Unfall baue das im Fahrzeug eingebaute System eine Notrufverbindung über das Mobilfunknetz auf. eCall könne prinzipiell auch auf die Benachrichtigung weiterer Dienste erweitert werden, etwa die Anforderung der Pannenhilfe. Durch die eCall-Benachrichtigung, in der auch die Koordinaten der Unfallstelle enthalten sind, könne die Anfahrtszeit der Rettungskräfte in ländlichen Gebieten um 50 Prozent und in Städten um 40 Prozent verringert werden, erklärt die Sprecherin der Bundesanstalt weiter.

Diese Planungen könnten das Schicksal der Notrufsäulen besiegeln, der Zeitpunkt sei aber noch offen. Auf den Nebenstrecken im Land wird es Ende 2014 dagegen keine Notrufsäulen mehr geben. Das akzeptiert auch die saarländische Rettungsleitstelle. Diese Säulen seien ohnehin nicht so präsent. „Auf Autobahnen allerdings verlassen sich die Autofahrer darauf. Wer kein Handy dabei hat, sein Handy beim Unfall verliert, aus dem Ausland kommt oder zur Generation 60plus gehört, ist froh über die Notrufsäulen“, sagt Sprecher Lukas Hoor der SZ. Immerhin würden bundesweit jährlich 75 000 Notrufe über die Säulen kommen.


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