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Überteuert und verwahrlost: Wohnungssuche für Studenten entnervend

Studentin Lisa Berg kann es nicht fassen. Da empfinden die Stadt Saarbrücken und sogar das Studentenwerk die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studierende als bei weitem nicht so problematisch wie in den bundesdeutschen Ballungsgebieten, um nicht zu sagen entspannt.

 Aber Lisa Berg erlebte die Wohnungssuche ganz anders: Die 24-Jährige kam im Oktober von Stuttgart zum Studium nach Saarbrücken. „Ich habe davor zahlreiche Leute wegen Wohngemeinschaften (WGs) angeschrieben und bin dreimal extra nach Saarbrücken gefahren.“ Zunächst ohne Erfolg. Gestern ist sie in einer WG untergekommen.
 „Wer erst ab dem 1. Oktober sucht, ist schon zu spät dran“, sagt Anne-Marie Oswald vom Studentenwerk. Zu diesem Schluss kommt auch die Studentin: „Nach Semesterbeginn ist in Saarbrücken alles weg. Obgleich ich sowohl nach WGs, Ein-Zimmer-Appartements und Wohnungen gesucht habe, um selber eine WG zu gründen.“ In ihrer Not wandte die 24-Jährige sich an die christliche Hochschulgruppe. „Die konnten mir Leute vermitteln, bei denen ich auf der Couch schlafen durfte.“

Bei vier Menschen, die sie nicht gekannt hatte, wohnte Berg bis vorige Woche. Sie wurde freundlich aufgenommen. Trotzdem war es ihr unangenehm, in fremden Wohnzimmern unterzukommen. „Ich lebte immer nur aus dem Koffer und wollte mich so unsichtbar wie möglich machen, um nicht zu nerven“, erzählt die Studentin, „ich habe ich mich immer schuldig und schutzlos gefühlt. Es war ja nicht meine Wohnung, und sie hätten mich jederzeit rauswerfen können.“ Währenddessen suchte sie weiter eine richtige Bleibe. „Ich habe mich beim Studentenwerk und der WOGE (der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Saarland, Anm.d.Red.) gemeldet, auf allen möglichen Plattformen nachgesehen und selbst Gesuche aufgegeben.“ Etwa drei Besichtigungen pro Woche standen neben dem Uni-Alltag an.
 „Aber die Wohnungen waren entweder viel zu teuer oder total unrenoviert.“ Halb eingetretene Haustüren, Zimmer ohne Isolierung, Briefkästen, welche mit Schlössern gesichert werden müssen, oder Nachbarn, die im Treppenhaus randalieren – das waren ihre Erlebnisse. „Tja, als Student darf man da halt nichts sagen“, habe sie oft zu hören bekommen. „Ich musste einiges absagen, weil die Wohnungen in einem zu schlechtem Zustand waren“, sagt Berg, „ich hab meine Ansprüche ja zurückgeschraubt, aber ganz runterschrauben wollte ich sie auch nicht.“ „In anderen Städten ist das mit Sozialwohnungen irgendwie besser gelöst“, findet Berg. Ihr Rat an alle auf Wohnungssuche lautet: so früh wie möglich loslegen, auch außerhalb von Saarbrücken. „Aber eigentlich würde ich lieber den Politikern sagen, dass sie sich um mehr bezahlbaren Wohnraum kümmern sollen.“
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