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Übler Gestank statt Wiesenduft

Alles, was in der Toilette so landet, landete kürzlich auch in dem Gelände hinter dem Garten von Georg Altmeyer.

Alles, was in der Toilette so landet, landete kürzlich auch in dem Gelände hinter dem Garten von Georg Altmeyer.

Georg Altmeyer hat die Nase gestrichen voll. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes immer dann, wenn es bei ihm hinterm Haus stinkt und die Verursacher dieses Gestanks überall in der Wiese hinter seinem Garten in der Schwalbacher Jahnstraße verteilt sind. Dabei handelt es sich um alles, was in der Toilette so landet. Von der Damenbinde bis zum Klopapier. Und das, sagt Georg Altmeyer, sei ein bis zwei Mal im Jahr der Fall, seit vor rund zehn Jahren am Ende der Jahnstraße ein Regenüberlaufbehälter gebaut wurde. „Diese Anlage hat noch nie richtig funktioniert“, sagt Altmeyer, der nach ein paar Regentagen Ende November wieder allerlei Abfall und Fäkalien hinter seinem Haus fand.

„Der EVS (Entsorgungsverband Saar) übernimmt zwar die Reinigung der Wiese, aber das ist auch das Mindeste. Ich und die anderen Anwohner möchten endlich eine dauerhafte Lösung dieses Problems“, sagt Altmeyer, der sich von EVS, dem Betreiber der Anlage, und Gemeinde im Stich gelassen fühlt. „Es herrscht unter den Anwohnern eine Art Ohnmacht, weil trotz all unserer Beschwerden einfach nichts passiert. Und das schon seit Jahren“, sagt Altmeyer und verbindet damit die Frage: „Warum wird das Wasser nicht durch ein Rohr geleitet und erst außerhalb des Wohngebietes in einem Becken gesammelt?“

Jörg Altmeyer, Leiter der Betriebsabteilung beim EVS, kennt die Anlage in der Jahnstraße und die damit verbundenen Probleme. Ganz glücklich ist er mit dem Standort, „mitten im Ort“, zwar nicht, aber der Bau an dieser Stelle sei zum damaligen Zeitpunkt „wirtschaftlich vertretbar“ gewesen.

Schon vor fünf Jahren seien einige technische Veränderungen vorgenommen worden, und seither habe es seines Wissens nach keine größeren Zwischenfälle mehr gegeben.

Wenn die Anlage funktioniert, sammeln sich dort bei starkem Regen etwa 700 Kubikmeter Wasser , das durch einen Abfluss in die Kläranlage geleitet wird. Überschüssiges, aber weitgehend sauberes Wasser , gelangt in den Schwalbach . Die Anlage werde regelmäßig gewartet und gereinigt, versichert Altmeyer.

Ende November sei der Abfluss jedoch mit allerlei Unrat wie einem Kinderwagen, Hölzern, einem Roller und großen Steinen verstopft gewesen, weshalb das Wasser nicht mehr abgeleitet wurde, sich staute und dann verdreckt in den Schwalbach und somit in die Wiese hinter der Jahnstraße floss. Er habe Verständnis für den Ärger der Anwohner, sagt Altmeyer. Aber an den kleinen Brücken, die von den Gärten über den Schwalbach in die Wiese führen, staue sich das Wasser bei Starkregen, was auch zu den Überschwemmungen beitrage. Zudem gelange viel „Fremdwasser“, etwa von Feldern, in den Kanal. „Hier ist die Gemeinde in der Pflicht“, sagt Altmeyer.

„Mir tun die Leute, die dort wohnen, leid. An dem Bauwerk muss etwas getan werden“, sagt Schwalbachs Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer . Daher seien zu Beginn des neuen Jahres bereits Termine vereinbart, um gemeinsam mit dem EVS und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz eine Lösung zu finden, um Überschwemmungen wie Ende November künftig zu vermeiden.
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