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Umbau: Völklinger Standesamt traut im Weltkulturerbe

Roter Teppich, silberne Kerzenleuchter, im Hintergrund gigantische Maschinen: der Standesbeamte Reinhard Schäffner an seinem neuen Arbeitsplatz.

Roter Teppich, silberne Kerzenleuchter, im Hintergrund gigantische Maschinen: der Standesbeamte Reinhard Schäffner an seinem neuen Arbeitsplatz.

Völklingen. Früher lieferten sie den nötigen Wind für die Hochöfen. Heute stehen die gigantischen Maschinen in der Gebläsehalle im Weltkulturerbe Völklinger Hütte in schweigender Schönheit da. Ganz anders verhalten sich da die Bagger und Schreddermaschinen, die bei den Abrissen fürs neue City-Center rund um den Ex-Kaufhof zu erwarten sind. Vis à vis des Abriss-Tatortes liegt das Alte Rathaus mit seinem Festsaal und Trauzimmer. Standesamts-Chef Reinhard Schäffner und seine Kolleginnen und Kollegen sind deshalb frühzeitig in die Obhut des Weltkulturerbes geflüchtet. In einem Teil der Gebläsehalle, mitten zwischen den Maschinen, wurde ein Hochzeitsraum abgetrennt und eingerichtet. Zwölf Brautpaare sind da bereits ab Anfang April über den roten Teppich geschritten. „Die überwiegende Resonanz war weit mehr als positiv“, berichtet Schäffner. Und viele Hobbyfotografen hätten da auch die Gelegenheit genutzt, neben dem Brautpaar die Maschinen zu knipsen.

Der Trauort hat halt den zusätzlichen Charme, dass Brautpaar und Gäste auch gratis ins Weltkulturerbe kommen. Der Aufsichtsdienst geleitet sie sicher ins Innere. Und in der Gebläsehalle können sie zumindest noch einen Blick auf die Asterix-Ausstellung werfen. Das Weltkulturerbe, berichtet Pressesprecher Karl Heinrich Veith, schenkt dem Brautpaar auch noch Ehrenkarten. Damit es später in aller Ruhe wiederkommen kann.

56 Vormerkungen für Trautermine hat das Völklinger Standesamt schon fürs kommende halbe Jahr. Und Hochzeiten müssen, allein schon wegen der Gäste, in der Regel langfristig geplant werden. Bereits ab 2. April waren die Abrisse rund um den Ex-Kaufhof angekündigt. Mit Blick auf diesen Termin haben die Standesbeamten rechtzeitig mit den Heiratskandidaten das Gespräch über den Ortswechsel aufgenommen.

„Wo traut ihr?“, ist laut Schäffner im Moment immer wieder die Frage. Und die Antwort lautet: „Bis auf weiteres das ganze Jahr in der Gebläsehalle.“ Laut Schäffner ist nun damit zu rechnen, dass die (auf fünf Monate angesetzten) Abrissarbeiten im Juli anfangen. Nur eine Ausnahme gibt es noch im Alten Rathaus. Das Standesamt hatte sich da rechtzeitig den kommenden Samstag, 5. Mai, als Schontag vor den Baggern reserviert. Da werden zwischen zehn und 16 Uhr gleich acht Paare zur Frühlingstrauung im Festsaal schreiten.

Ansonsten freut sich Meinrad Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes, darauf, den Gastgeber zu spielen: „Wir bieten einen einzigartigen Raum. Wer kann schon von sich behaupten, in einem Weltkulturerbe geheiratet zu haben?“

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