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Umbau von Saarbrücker Stadtbad durch Denkmalschutz verzögert

Im ehemaligen Stadtbad sollen Eigentumswohnungen entstehen.

Im ehemaligen Stadtbad sollen Eigentumswohnungen entstehen.

Der Umbau des alten Stadtbads in eine Wohnanlage ist ein Mammutprojekt. 21 Millionen Euro investiert die Fertigbau Laux GmbH in das Gebäude. 70 Prozent der geplanten 110 Wohnungen seien verkauft, erklärt Kurt Bauer, Geschäftsführer der Altes Stadtbad Projekt GmbH, einer Tochter der Fertigbau Laux GmbH, beim Rundgang über die Großbaustelle.

Die Nachfrage sei groß. Nach Angaben Bauers haben zum Beispiel viele Senioren im alten Stadtbad Wohnungen gekauft. Und das trotz des stolzen Preises zwischen 2300 und 3000 Euro pro Quadratmeter? Kurt Bauer findet das zum Beispiel im Vergleich zur Stadt Trier nicht zu teuer. Bauleiter Michael Hollecker verweist darauf, dass ein Umbau viel teurer sei als ein Fertigbau. So mussten viele Pfähle in den Boden gerammt werden, um die neuen Geschosse abzustützen. Dafür sei Spezialgerät notwendig. Das verursache hohe Kosten.

Der Umbau wird nach Angaben Bauers in fünf Abschnitte unterteilt. Im ersten Bauabschnitt entstehe eine Kindertagesstätte, die die Lebenshilfe betreibt, und darüber zwei Geschosse mit Wohnungen. Die Kita werde voraussichtlich im Sommer fertig, das gelte auch für den angrenzenden Park, in dem ein Teil für die Spielgeräte der Kinder reserviert werde, sagt Bauer.

Auch ein paar Meter weiter kommen die Bauarbeiten voran. Das ehemalige große Schwimmbecken ist bereits verschwunden. Hier entstehen über der Tiefgarage weitere Wohnungen. Gute Nachrichten verkündet Bauer für den Gebäudeteil an der mit Verkehr belasteten Richard-Wagner-Straße. Die Wohnungen im obersten Stockwerk seien verkauft und in der dritten Etage nur noch vier Wohnungen frei. Im Erdgeschoss sei eine Tagespflegestation mit 10 bis 15 Plätzen geplant. Die könnten entweder Senioren nutzen, die in der Wohnanlage leben, oder Menschen von außerhalb. Die Verhandlungen mit einem Interessenten liefen noch, erklärt Bauer. Er versichert, die Stadtverwaltung habe nicht gefordert, schon vor Baubeginn einen Betreiber der Pflegestation zu haben. Das verneint auch die Stadtpressestelle.

Wie Bauer erläutert, verhandelt er mit einem weiteren Interessenten über den Kauf von 16 Wohnungen, die dieser an Studenten vermietet. Wegen der Spardiskussion an der Universität denke er aber auch über Alternativen nach, sagt der Geschäftsführer. Unter Dach und Fach sei der Verkauf von neun Wohnungen in diesem Gebäudeteil an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft. Um die Bewohner vor Verkehrslärm zu schützen, würden dreifachverglaste Fenster eingebaut, versichert Bauer. Im vierten Bauabschnitt wird das kleine Schwimmbecken entfernt. Dort steht auch das große Mosaik des Künstlers Fritz Zolnhofer. Die Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt werde von der Ursulinenstraße hierher umziehen und auch einen Veranstaltungsraum nutzen, in den das Mosaik integriert wird, erklärte Bauer.

Sorgen bereitet ihm das Kesselhaus, das unterDenkmalschutz steht. Die Sanierung wäre sehr teuer. Die Denkmalschutzbehörde bestehe aber darauf, dass die Kessel erhalten werden müssen. Weil es hier nicht vorangehe, habe er den Verkauf der Wohnungen in diesem Teil des Gebäudes gestoppt, teilt Bauer mit. Eine Lösung könne sein, dass hier nur eine Wohnung entstehe und die Kessel saniert würden. Wegen der Verhandlungen mit der Denkmalschutzbehörde werde die gesamte Wohnanlage erst 2016 fertig, meint Bauer. Auf dem Baustellenschild steht noch der Termin Ende 2015. Der vierte Bauabschnitt werde im zweiten Halbjahr 2015 abgeschlossen, sagt der Geschäftsführer. Er gehe davon aus, dass im Laufe dieses Jahres alle Wohnungen verkauft sind. Mittlerweile sei auch das Parkplatzproblem gelöst. Die rund 70 Plätze in der Tiefgarage reichen nicht für die Bewohner. Das Unternehmen baue aber in der Sulzbachstraße ein Mehrfamilienhaus mit 36 Wohnungen inklusive einer Tiefgarage mit 96 Plätzen, sagt Bauer. Von diesen seien 60 für die Bewohner im alten Stadtbad reserviert.
 

Hintergrund
 Josef Baulig, Leiter des Landesdenkmalamts, besteht darauf, dass die Kessel im Stadtbad erhalten werden. Der Investor habe die Unzumutbarkeit nicht belegen können. Denn die Rendite aus dem Bauprojekt wiege den Nachteil auf, die Kessel sanieren zu müssen. Er habe nachgewiesen, dass die „Erschließung“ des Gebäudes mit Treppen und Aufzügen gewährleistet werden könne, wenn die Kessel stehen bleiben, erklärte Baulig. Er hofft, sich möglichst schnell mit der Fertigbau Laux GmbH zu einigen, die eng mit ihm zusammenarbeite und einen Architekten für die Pläne zur Nutzung des Kesselhauses beauftrage. Dass die Sanierung der Kessel Geld koste, sei von Anfang an klar gewesen. sm
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