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Umschlagplatz für harte Drogen? Saarbrücker Initiative sorgt sich um den Bürgerpark

Andreas Heiske mag den Bürgerpark. Deshalb hat er mit Gleichgesinnten eine Initiative gegründet, die den Park attraktiver machen will. Er soll ein Platz sein, an dem sich Menschen wohlfühlen können, Ruhe finden mitten in der hektischen Stadt. Alle Menschen? Nein, eine Gruppe von Menschen gibt es, die der Initiative Sorgen macht: Menschen, die mit Drogen handeln.

„Nach unserer neuesten Kenntnis ist der Bürgerpark leider wieder zu einem harten Drogenumschlagplatz und Platz des harten Drogen-,Genusses' geworden“, sagt Heiske. „Dieses Problem“ habe es bereits gegeben, als der Park vor rund 30 Jahren angelegt wurde. Die Drogenszene, so hat es die Initiative beobachtet, habe sich aber zurückgezogen. Vor etwa einem Jahr sei sie zurückgekehrt.

Damit will sich die Initiative „nicht abfinden“. Sie will auf ihrer öffentlichen Mitgliederversammlung Anfang Februar über „das Problem“ reden. „Die dazu zu erwartenden Lösungsvorschläge werden unserer Meinung nach so weit auseinandergehen, dass uns darüber eine längere Debatte notwendig erscheint“, sagt Heiske.

Wobei er und seine Mitstreiter unter anderem auf die „neu hinzugewonnene Skaterszene“ setzen. Wenn viele junge Leute im Park sind, gebe es durch sie „eine soziale Kontrolle“. „Denn Skater sind unseres Wissens in erster Linie Sportler, die mindestens harte Drogen verachten. Dass könnte für den Bürgerpark bedeuten, dass sich durch diese jungen Menschen die Hardcore-Dealer zurückziehen würden, und deswegen weniger Menschen Angst zu haben brauchen, diesen fantastischen Park zu besuchen“, sagt Andreas Heiske.
 

Polizei sieht wenig Probleme

Die Polizei sieht die Lage im Bürgerpark weitaus entspannter. „Der Bürgerpark spielt für uns immer mal wieder eine Rolle“, sagt der Leiter des Dezernats für Drogenkriminalität der saarländischen Polizei , Rüdiger Schuster. Zentrum des Drogenhandels in Saarbrücken sei er aber nicht. Jeweils zehn bis 20 Fälle von Drogenhandel pro Jahr seien zwischen 2013 und 2015 von der Polizei im Bürgerpark registriert worden.

Wenn man im Bürgerpark mehr Beamte einsetzen würde, würden sicher auch noch mehr Fälle registriert, sagt ein Polizist. Aber die Beamten werden vor allem dort eingesetzt, wo die Polizei die größeren Probleme sieht: am Landwehrplatz und im benachbarten Nauwieser Viertel.
 

Privater Sicherheitsdienst

Dass es im Bürgerpark „keine eklatante Anhäufung“ von Drogendelikten gebe, „muss nicht mit dem Gefühl der Menschen übereinstimmen, die dort spazieren gehen“, sagt Schuster. Aber „subjektive Wahrnehmung“ und harte Fakten seien manchmal zwei Paar Schuhe. Schuster will aber nicht ausschließen, dass sich die Drogenkriminalität stärker in den Bürgerpark verlagert, wenn die Polizei durch ihre Präsenz am Landwehrplatz dort für Unruhe in der Szene sorgt.

Die Stadtverwaltung nehme „den Hinweis der Bürgerinitiative ernst“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Man werde „die Polizei darum bitten, diesem nachzugehen“. Die Stadt selbst hat seit acht Jahren von April bis Oktober einen privaten Sicherheitsdienst im Bürgerpark im Einsatz. „Das sind die Monate, in denen der Park am meisten besucht wird“, erklärt Blug. Zwei Mitarbeiter laufen stundenweise zu unterschiedlichen Zeiten Streife – tagsüber und nachts. Dieser Einsatz im Bürgerpark koste die Stadt jedes Jahr rund 13 500 Euro. Seitdem die Mitarbeiter unterwegs sind, sei der Vandalismus zurückgegangen.

„Wie andere städtische Grünanlagen wird auch der Bürgerpark als Rückzugsort für Drogenkonsumenten missbraucht. In der zurückliegenden Saison lagen dem Sicherheitsdienst aber keine Hinweise für eine Zunahme des Problems vor“, sagt Blug.

Die Bürgerpark-Initiative trifft sich am Samstag, 6. Februar, 16 Uhr, im „Label M“, Malstatter Markt 3. Kontakt: Andreas Heiske, Tel. (06 81) 9 47 33 41, E-Mail info@buergerpark-sb.de

buergerpark-sb.de

 

Zum Thema:

Gestaltet hat den Bürgerpark der Landschaftsplaner Professor Peter Latz. Ende 1985 begann die Umgestaltung der ehemaligen Saarbrücker Hafeninsel. Zwölf Millionen Mark, umgerechnet also rund sechs Millionen Euro, hat das Ganze gekostet. Für sein Bürgerpark-Konzept erhielt er vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten 1989 einen Preis. Heute noch kommen internationale Studentengruppen nach Saarbrücken , um sich den Park anzusehen. Fachleute vermuten, dass der Bürgerpark irgendwann unter Denkmalschutz gestellt wird. ols
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