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Umweltministerin besorgt über Störfälle

Saarbrücken. Saar-Umweltministerin Simone Peter (Grüne) hat sich "sehr besorgt" über die "auffällige Häufung" von Zwischenfällen im Kernkraftwerk Cattenom geäußert. Hintergrund sind Meldungen, wonach innerhalb einer Woche bei Inspektionsarbeiten am Block III drei Arbeiter von Fremdfirmen "leicht verstrahlt" wurden. "Diese Ereignisse zeigen, wie hoch das Sicherheitsrisiko durch den alten, störanfälligen Meiler ist", formulierte Peter gestern in einer Mitteilung des Ministeriums.

Sie bekräftigte ihr Unverständnis über die Pläne des französischen Stromkonzerns EDF, die Laufzeit des Kraftwerks um 40 Jahre zu verlängern. Peter erwartet von dem Konzern finanzielle Investitionen in die Anlage, "um die Sicherheit nach dem Stand von Wissenschaft und Technik zu erhöhen". Die Bevölkerung im Dreiländereck sei wegen der Störfälle zu Recht beunruhigt. Die Ministerin will bei einem Informationsbesuch im April in Cattenom die Geschäftsführung des Kraftwerks "für das berechtigte Sicherheitsinteresse der Saarländer sensibilisieren". 2010 ereigneten sich sieben Störfälle, die auf der internationalen Störfall-Skala Ines der untersten Stufe (Stufe 1) zugeordnet wurden.

Häufung der Störfälle müsse erst genommen werden

Auch der Umweltausschuss des Saar-Landtags hat sich am Freitag mit der Sicherheit des Atomkraftwerks beschäftigt. Nach Darstellung des Ausschuss-Vorsitzenden Karl-Josef Jochem (FDP) haben Vertreter des Ministeriums über die Zwischenfälle informiert. Sie seien von der Strahlenbelastung her zwar unbedenklich. Jedoch müsse man die Häufigkeit der Vorfälle in letzter Zeit "sehr ernst nehmen". Die SPD-Politikerin Anke Rehlinger sagte, das Kraftwerk habe "den Zenit des verantwortlichen Betreibens überschritten". Der Ausschuss wird im Mai nach Cattenom fahren. Die vier Reaktoren des Atomkraftwerks mit einer Leistung von 5200 Megawatt sind in den Jahren 1986 bis 1991 schrittweise in Betrieb genommen worden. gp

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