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Umweltschutz auf Saarländisch

  Homburg. Die Tagesanlage des früheren Bergwerks Warndt in Großrosseln wird wieder zum Energie-Standort. Der St. Wendeler Unternehmer Albert Winzent, 50-prozentiger Anteilseiger an der Firmengruppe Terrag Service und Vertrieb, will am Donnerstag den Kaufvertrag für ein 72 Hektar großes Grundstück auf dem ehemaligen Grubengelände unterschreiben. Dort soll eine Fabrik für Holzpellets entstehen, mit denen man sein Haus umweltfreundlich heizen kann.

Eigentlich wollte Albert Winzent nie Unternehmer werden. Der heute 60-Jährige war lange Jahre Leiter der Abteilung Boden-Sanierung bei der saarländischen Umweltfirma Sotec. Die Sotec heißt heute Eon Energie from Waste und Winzent ist Mitgesellschafter der Terrag-Unternehmensgruppe. Den Sprung in die Selbstständigkeit wagte er, als seine Abteilung von der Sotec abgespalten werden sollte. Er machte sich mit seinen 24 Mitarbeitern selbstständig und fügte die neue Gesellschaft in die Terrag Holding ein, eine Gesellschaft, die der saarländische Unternehmer Hans-Peter Huppert-Nieder gegründet hatte. Später stieß die Oberstdorfer Umwelt- und Bau-Gruppe Geiger hinzu, die frisches Kapital und Know-how in die Terrag einbrachte.

Die Terrag beschäftigt sich mit allem, was in großem Stil mit Umweltschutz zu tun hat. So betreibt das Unternehmen beispielsweise in Perl, Homburg und Lahr Anlagen, die auf die Bodensanierung spezialisiert sind. Dort werden zum Beispiel Erdmassen, die mit Öl kontaminiert sind, biologisch gereinigt. Bei der biologischen Säuberung „fressen“ Bakterien die Ölmoleküle mit großem Appetit auf. Bodenreinigung betreibt man auch vor Ort, so zum Beispiel auf der US-Airbase in Ramstein oder bei der Sanierung eines früheren französisch/kanadischen Militärflughafens bei Lahr, wo Kerosin, Diesel und Heizöl tief in den Boden eingedrungen sind.

Die Terrag saniert außerdem ehemalige Abfall-Deponien, indem sie die Lagerstätten mit Bauschutt, leicht belastetem Gießerei-Sand oder Bodenaushub auffüllt und verfestigt. Auch Flugasche, die bei der Verbrennung von Kohle in Kraftwerken entsteht, wird dort endgelagert. Ein Beispiel ist die Deponie Wiebelskirchen, wo früher das Neunkircher Eisenwerk Hütten-Abfälle entsorgte. „Bei allen Maßnahmen stimmen wir uns immer eng mit den Behörden ab“, erläutert Winzent. Darüber hinaus ist die Gruppe dabei, wenn die „Abfälle“ aus der grünen Tonne gesammelt und kompostiert werden. Außerdem bereitet das Unternehmen Schlamm aus Kläranlagen so auf, dass er in Kraftwerken zusammen mit der Kohle verbrannt werden kann.

Ein weiterer Bereich befasst sich mit Industrie-Abbruch. Ein großer Auftrag war die Beseitigung der Altanlagen auf dem Gelände der Völklinger Saarstahl AG – dort, wo derzeit die neue Schmiede hochgezogen wird. Im vergangenen Jahr hat man in Sachsen-Anhalt das ehemalige Salzbergwerk Teutschenthal von der Saarbrücker Dr.-Arnold-Schäfer-Gruppe übernommen. Dort werden unter anderem Staubrückstände von Müllverbrennungs-Anlagen in 800 Meter Tiefe sicher gelagert. Die Terrag-Gruppe beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro. Lothar Warscheid  
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