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Umzug findet doch statt - Narren und Verwaltung einigen sich auch in punkto Rathaussturm

Die Kuh, oder besser der Kaschdler Stallbock ist vom Eis, und alles wird gut: Die Narren in und um Blieskastel können aufatmen. Das närrische Brauchtum wird auch in Blieskastel weiter gepflegt: Der Blieskasteler Fastnachtsumzug, aber auch der Rathaussturm am Fetten Donnerstag werden auch in diesem Jahr stattfinden. So einigten sich gestern Nachmittag die Vertreter der Verwaltung mit Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener an der Spitze und Ortsvorsteher Jürgen Trautmann in einer gemeinsamen Krisensitzung mit dem Präsidium der BKG. Zuvor hatte deren Präsident Elmar Becker noch einmal dargelegt, dass die BKG das hohe Risiko nach dem Umzug nicht mehr stemmen könne. „Das hat nichts mit meinem Engagement als Pächter der Bliesgaufesthalle zu tun. Die werde ich am Fastnachtssonntag ohnehin nicht öffnen“, erläuterte Becker. Was also soll dann nach dem Umzug passieren? Hier kam die Stadt der BKG entgegen, indem man anbot, dass die Haftung des Vereins dann endet, wenn der letzte Umzugsteilnehmer die „Ziellinie“ am Paradeplatz überquert hat. „Die Stadt bietet an, dann die Haftung für die anschließende Straßenfastnacht zu übernehmen, also ab dann quasi als der Veranstalter der Straßenfasenacht aufzutreten“, bot die Verwaltungschefin dem närrischen Präsidium an. Deren Präsident hatte zwar vorgeschlagen, die Stadt solle auch als Veranstalter des närrischen Lindwurms auftreten, aber das war dann schnell vom Tisch.

Das Ergebnis der Beratung also kurz zusammengefasst: Die BKG veranstaltet wie in jedem Jahr den Umzug, das närrische Straßenschlorum im Nachgang zum Umzug verantwortet die Stadt. Die Bliesgaufesthalle bleibt zwar geschlossen, aber BKG und Stadtverwaltung bemühen sich gemeinsam, für Alternativlösungen zu sorgen. Angedacht sind Bierstände oder sogar ein Zelt auf dem Paradeplatz. Und wo man dann gerade bei den Gemeinsamkeiten war, legte „Stallbock“ Thomas Schmitt nach: „Die Stadt sollte stolz auf den größten kulturtreibenden Verein in Blieskastel sein. Und zum Brauchtum gehört nun einmal der Rathaussturm“. Die Bürgermeisterin betonte noch einmal, dass es schon vor Weihnachten im Gespräch mit Präsidiumsmitgliedern der BKG abgesprochen war, nach der geringen Resonanz im vergangenen Jahr auf den Rathaussturm zu verzichten.

„Bei diesem Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, dass die BKG unbedingt den Rathaussturm beibehalten wolle.“ Sie habe sogar bereits jetzt für den Fetten Donnerstag den närrischen Weibern angeboten, ins Rathaus zu kommen. „Ich bin zwar kein großer Fastnachter, aber mir liegt ganz viel an diesem Brauchtum “, gab die Bürgermeisterin zu Protokoll. Es blieb auch ihre Aussage unwidersprochen, dass das BKG-Präsidium in diesem Falle wohl einen Fehler gemacht habe. Thomas Schmitt versprach dann, dass die BKG in einer gemeinsamen Anstrengung versuchen wolle, die Attraktivität in diesem Jahr erheblich zu steigern:„Ich sprühe vor Ideen“, so der Blieskasteler Stallbock. Und nachdem alle Vorschläge auf dem Tisch lagen, zog sich dann das BKG-Präsidium zur Beratung zurück. Das Ergebnis war nach dem Verlauf der Sitzung nicht mehr überraschend: Der Rathaussturm wird seitens der BKG attraktiver gemacht, und der Fastnachtssonntag wird so ablaufen, wie oben beschrieben.

 

Meinung:

Kompromiss auf Augenhöhe

Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

Der Kompromiss zwischen Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener und BKG-Präsident Elmar Becker, dass der Fastnachtsumzug in Blieskastel jetzt doch stattfindet, ist in letzter Minute gefunden worden. Mit der Einigung können beide Parteien gut leben, ohne dass jemand sein Gesicht verloren hätte. Die Absage der Traditionsveranstaltung hatte beide Parteien arg unter (politischen) Druck gesetzt. Bei einer definitiven Absage des Umzugs hätte die Rathauschefin am Ende wohl den Schwarzen Peter gehabt. Doch Sicherheitsauflagen müssen eingehalten werden. Wenn ein „zweites Duisburg“ passierte – bei der Loveparade 2010 war es zu einem Riesengedränge gekommen, in dessen Folge auch Menschen starben – wäre das Geschrei groß. Bilanz damals: Trauer, Entsetzen und Vorwürfe. Fazit heute in Blieskastel : Die Verantwortlichkeiten sind klar abgesteckt. Das ist das wichtigste.
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