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Unesco-Weltkulturerbe präsentiert „Götter.Menschen.Pharaonen.“

  Des in die deutsche Bildungsbürgerseele eingebrannten Dreiklangs „Götter, Gräber und Gelehrte“ von C.W. Cerams Archäologie-Klassiker hat sich der Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte bereits 1993 bedient. Da nannte er seine erste Ägypten- Ausstellung im Museum Speyer „Götter.Menschen. Pharaonen “. 210 000 Besucher begeisterten sich vor 21 Jahren für das Erbe jener 6000 Jahre alten Hochkultur, die an das ewige Leben glaubte. „Wir erwarten eine sechsstellige Zahl. Das kann man nicht programmieren“, sagte Meinrad Maria Grewenig gestern in der Gasgebläsehalle, als er die aktuelle Ausstellung „ Ägypten – Götter.Menschen- . Pharaonen .“ vorstellte, die am Donnerstagabend ab 19 Uhr in Anwesenheit geladener Gäste (vor)eröffnet wird.
Diese Ausstellung sei eine „Fantasie“, die das Team in Völklingen seit 1999, dem Beginn von Grewenigs Amtszeit, hege, so der Generaldirektor. Zwischenzeitlich hatte man dort mit den Ausstellungen über Kelten und Inkas den Boden bereitet für die Ausstellung, die „Hochspannung“, wie es Grewenig ausdrückt, mitbringe. Dazu haben Grewenig und sein Team um Ausstellungsleiter Frank Krämer auch einen Spannungsbogen für die Zuschauer aufgebaut. Denn zunächst müssen die Zuschauer an schlichten Modellen der Grabmäler der Herrscher Ägyptens vorbei, die aus dem Museum Egizio in Turin stammen. Dieses Museum ist derzeit wegen Umbaus geschlossen. Ein Umstand, den Grewenig nutzte, die 250 Ausstellungsstücke aus dem Turiner Fundus (30 000 insgesamt) loszueisen.

Nach dem Parcours an den Modellen vorbei erreicht der Besucher zunächst die Verdichterhalle, in der Papyri aus der Uni Trier und Fotos der ägyptischen Ausgrabungen von Helmut R. Schulze zu sehen sind. Dann geht es über eine leere Veranstaltungsplattform, an deren Längsseite ein Zeitstrahl beweist, wie viel früher als alle anderen Hochkulturen die alten Ägypter gestartet sind, die Treppe hinunter zu denen vor lilafarbenen Hintergründen präsentierten Sarkophagen, Mumien, Statuen, Sandalen, Kosmetikspiegeln oder Bildreliefs. „Die Farbe Violett haben wir aus inszenatorischen Gründen gewählt, die gibt es aber auch in der ägyptischen Mythologie“, sagte Grewenig. Was sich nun dem Betrachter präsentiert, ist durchaus fesselnd, da hat Grewenig nicht übertrieben. Wie haben es die Hohepriester geschafft, Leichen derart zu konservieren, dass sie nach 4000 Jahren als Mumien eingewickelt die Zeitläufte überdauern konnten? Oder die filigran gearbeiteten Schmuckstücke oder Vasen.

„Daran saßen manche Künstler ein Leben lang“, so Grewenig. Atemberaubend die ebenmäßige Schönheit des Gesichtes der Göttin Mut (etwa 3200 Jahre alt), deren Antlitz es mit den Schönheitsidealen der Jetztzeit locker aufnehmen kann. Doch nicht nur in den Bildnissen des Göttlichen zeigten die alten Ägypter ihre Meisterschaft. Sie waren auch gut zu Fuß, wie die Sandalen aus Schilfblättern beweisen. Der Steg zwischen erstem und zweitem Zeh war das Vorbild für Flipflops, die zeitgenössischen Badelatschen. „Wir können diese Modelle aus Pflanzenfasern heute nicht mehr reproduzieren, das wäre viel zu teuer“, so Grewenig. Für die Zeitgenossen sicher überraschend ist der hohe Stellenwert, den unsere Mitgeschöpfe in der Nil-Hochkultur genossen. Sarkophage für Spitzmäuse, Katzen und Hunde legen darüber beredt Zeugnis ab. Grewenig sagte, die Exponate seien „von unermesslichem Wert“. Deshalb seien das Sicherheitssystem und auch die Wachmannschaften in Völklingen verstärkt worden. Er strich seine persönlichen Kontakte zu dem Leihgeber, dem Turiner Museum Egizio, heraus. „Es besteht Vertrauen“, erklärte Grewenig. Zum Versicherungswert wollte er keine Angaben machen.

www.voelklinger-huette.org
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