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Unfall-Statistik: Rekordtief bei Verkehrstoten im Saarland

Saarbrücken. Die Beamten der Verkehrspolizei-Inspektion in Dudweiler haben so ihre Erfahrungen mit der „Risikogruppe MoZ“. So heißen im Polizei-Deutsch Menschen, die ein motorisiertes Zweirad steuern. 1000 Motorradfahrer haben die Polizisten im vergangenen Jahr landesweit kontrolliert. Das ernüchternde Resultat: 476 davon zogen sie wegen Straftaten (kein Führerschein, Alkohol oder Drogen am Steuer) aus dem Verkehr, 441 weitere wegen Ordnungswidrigkeiten, überwiegend weil sie zu schnell fuhren. „Das ist schon erschreckend: Wir kontrollieren 1000 Motorradfahrer, und bei fast jedem finden wir einen Verstoß“, sagte der stellvertretende Chef der Landespolizeidirektion, Ulrich Schmal, gestern bei der Vorstellung der Polizeilichen Verkehrsunfall-Statistik für 2011. Sechs Motorradfahrer starben im vergangenen Jahr auf den Straßen. Einerseits sind das vier weniger als im Jahr zuvor. Andererseits waren Motorradfahrer 2011 deutlich häufiger an Verkehrsunfällen (926 Mal) beteiligt als noch im Jahr 2010 (832 Mal).

Einerseits, andererseits. „Es gibt in dieser Verkehrsunfall-Statistik Licht und Schatten“, sagte auch Innenminister Stephan Toscani (CDU). Zu den Lichtblicken gehört zweifellos, dass die Zahl der Verkehrstoten mit 41 auf ein Rekordtief gesunken ist: Noch nie kamen im Saarland seit Einführung der Statistik im Jahr 1953 so wenig Menschen ums Leben wie im vergangenen Jahr. Im Vorjahr waren es 42; im Jahrzehnt zwischen 2001 und 2010 durchschnittlich sogar 59.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ging leicht auf 31 107 zurück, die Zahl der Schwerverletzten stieg hingegen von 642 auf 764 und die der Leichtverletzten von 4713 auf 4871 – „eine Entwicklung, die uns Sorgen macht“, wie Toscani sagte. Er kündigte an, dass die saarländische Polizei „zur Steigerung der Verkehrssicherheit den Kontrolldruck hochhalten“ werde. Nach Angaben der Polizei lassen Jahresvergleiche wegen der teilweise niedrigen Fallzahlen allerdings „nur sehr bedingt fundierte Aussagen zum aktuellen Stand der Verkehrssicherheit zu“; ergiebiger seien Langzeitvergleiche. Verglichen mit dem Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts (29 022) liegt die Zahl der Unfälle etwas höher, die der Verunglückten (Verletzte plus Tote) mit 5676 aber deutlich niedriger (6447). „Den positiven Langzeittrend im Saarland führen wir auf unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zurück“, sagte Toscani. So hätten Beamte 2011 allein bei vier landesweiten Kontrolltagen rund 148 000 Fahrzeuge kontrolliert.

Die Rangliste der Ursachen von Unfällen mit Personenschaden wird von der Missachtung der Vorfahrt oder des Vorrangs angeführt (14,8 Prozent). Es folgen Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren, zu hohe Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und Alkohol/Drogen am Steuer. Unter den 18 bis 24 Jahre alten Fahrern ist zu schnelles Fahren die Hauptunfallursache (17,1 Prozent).

Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss ist mit 742 in etwa gleich geblieben. Die Bilanz weist acht Todesopfer im Vergleich zu vier im Jahr zuvor aus, 91 Schwerverletzte (2010: 68) und 269 Leichtverletzte (308). In der langfristigen Entwicklung ist die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, rückläufig: Bis 2005 waren es noch regelmäßig über 1000.


Hintergrund

Das überörtliche Straßennetz des Saarlandes umfasst 2045 Kilometer: 242 Kilometer Autobahn und 1803 Kilometer Bundes- und Landesstraßen. Mit etwa 93 Autobahn-Kilometern auf 1000 Quadratkilometer Fläche hat das Saarland laut Polizei nach Bremen und Hamburg das dichteste Autobahnnetz aller Bundesländer. Auf den Autobahnen im Saarland ist die Zahl der Unfälle im Jahr 2011 leicht gesunken – von 2670 auf 2568. Allerdings verdoppelte sich die Zahl der Todesopfer von drei auf sechs.

Im Saarland ist die Autodichte deutlich höher als im Bundesschnitt. Wie aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervorgeht, waren im Saarland im vorigen Jahr insgesamt 693 217 Kraftfahrzeuge zugelassen. Zum 1. Januar 2012 kamen auf 1000 Einwohner 584 Autos. Im Bund liegt die Autodichte lediglich bei 525. kir


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