Saarland: L 118 zwischen Jägersburg und Reiskirchen Vollsperrung nach Verkehrsunfall (07:06)

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Unfall in Rappweiler: Warum wurden die Verletzten Abtransport erst nach einer Stunde abtransportiert?

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Rappweiler berichteten Augenzeugen, dass drei Verletzte erst nach einer Stunde abtransportiert wurden. Die SZ fragte beim Rettungszweckverband Saar nach.

Von SZ-Redaktionsmitglied Hans-Christian Roestel

Merzig/Rappweiler.
Bei einem Verkehrsunfall in Rappweiler sind in der Nacht zu vergangenem Samstag vier Menschen schwer verletzt worden (wir berichteten). Von Weiskirchen kommend, war ein Auto nach Polizeiangaben im Anschluss an eine lange Gerade nach rechts von der Straße abgekommen. Ursache laut Polizei: „Deutlich überhöhte Geschwindigkeit“. Der Unfall war nicht nur spektakulär bezüglich seines Hergangs: Das Fahrzeug wurde, nachdem es auf die Böschung neben der Straße geprallt war, in die Luft geschleudert und landete nach etwa 50 Metern in einer etwa vier Meter hohen Baumkrone. Von dort fiel das Auto auf den Boden und blieb auf der Fahrerseite liegen.

Die Landstraße 157 war infolge des Unfalls und der umfangreichen Rettung und Bergung zwischen Rappweiler und Weiskirchen für mehrere Stunden voll gesperrt. Es gab einen Schwerstverletzten, den 36-jährigen Fahrer aus Luxemburg. Seine drei Begleiter, 22, 25 und 29 Jahre alt, aus der Gemeinde Weiskirchen wurden erst „nach einer Stunde“ in Krankenhäuser gebracht, berichteten Augenzeugen.  Warum hat der Transport der Unfallopfer so lange gedauert? Die SZ fragte nach.

Lukas Hoor, Sprecher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) mit Sitz in Bexbach, erläuterte auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung den Hergang der Unfallversorgung vor Ort: „Gerade bei schweren Verletzungen sehen für Außenstehende die Verfahrensweisen am Unfallort etwas anders aus, als man es gemeinhin annehmen könnte. An diesem Abend war als Notarzt zufällig der ,Ärztliche Leiter Rettungsdienst’ vor Ort. Als dieser auf den Weg zum Einsatzort war, war bereits entschieden, dass der am schwersten verletzte Fahrer abtransportiert werden soll.“ Der 36-Jährige sei dann nach Trier gebracht worden.  Hoor weiter: „Zu entscheiden war: Es gab eine schwerer verletzte Person, die wurde auch sehr schnell versorgt und weggebracht. Die anderen waren von ihren Zustand her stabil.“ Grundsätzlich gehe es darum, die Verletzten so geschickt wie möglich auf aufnahmebereite und kompetente Zielkkliniken zu verteilen, dass jeder die bestmöglichste Versorgung erhält.

Bei der Bergung und Rettung am Unfallort war die Feuerwehr Weiskirchen mit acht Fahrzeugen mit über 50 Mann aus den Löschbezirken Weiskirchen und Rappweiler in Einsatz. Außerdem, wie die Polizei informiert, mehrere Rettungswagen und Notärzte von umliegenden Rettungswachen. Die anderen drei Mitfahrer im Pkw des Luxemburgers wurden, so Lukas Hoor, in Krankenhäuser nach Merzig, Dillingen und Saarlouis gebracht. Hoor teilte die Einschätzung des Augenzeugen, dass eine Stunde schon verhältnismäßig lang sei, wenn auch die Rettung angesichts der Bergung nach dem Herabfallen des Wagens schwierig gewesen ist.



Stichwort

Die Notfallversorgung ist im Saarländischen Rettungsdienstgesetz (SRettG) geregelt. Nach der „Notfallrettung“ ist die „stationäre Notfallversorgung“ von Patienten – wie Unfallopfern – das letzte Glied in der Rettungskette. Die an der Notfallversorgung teilnehmenden Krankenhäuser sind zur Aufnahme und stationären Weiterversorgung der Patienten verpflichtet, teilt das Gesundheitsministerium auf SZ-Anfrage mit. Die Notfallversorgung im saarländischen Krankenhausplan sieht eine Basisnotfall- sowie erweiterte fachspezifische Notfallversorgung vor. Im Kreis Merzig-Wadern haben die Marienhauskliniken Wadern/Losheim und das Caritas-Krankenhaus Lebach entsprechend eine Innere Medizin und Chirurgie, das Klinikum Merzig zusätzlich etwa eine Schlaganfall-, Geburtshilfe-, psychiartrische Versorgung und Unfallchirurgie. hcr

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