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Unfallstatistik: Viele Wildunfälle in Saarlouis

Kreis Saarlouis. Von den neun so genannten Unfallhäufungsstellen, die die Polizeiinspektionen im Kreis im vergangenen Jahr festgestellt haben, sind fünf Stellen vor allem auf Unfälle mit Wildtieren zurückzuführen. Wie viel Wildunfälle es im Kreis Saarlouis im vergangenen Jahr genau gab, weiß die Polizei zwar nicht. Die werden in der offiziellen Verkehrsunfall-Statistik des Kreises nicht als extra Unfall-Typ gezählt. Dass es jedoch immer mehr Wildunfälle werden, wissen die Beamten vor Ort aus eigenen Beobachtungen und Zählungen.

„Wir hatten allein im Bereich der Polizeiinspektion Lebach im vergangenen Jahr 228 Wildunfälle, 2009 waren es nur 163“, berichtet Wolfgang Barbian, Leiter der Lebacher Polizeiinspektion. Das ist ein Anstieg von 40 Prozent. Insgesamt 43 Mal hat es Zusammenstöße mit Tieren allein auf den entsprechenden Unfallhäufungsstellen gegeben. 16 davon auf der L 142 zwischen dem Ortsausgang Saarwellingen und dem Wildfreigehege. Sieben Wildunfälle gab es auf der L 140, Ortsausgang Elm in Richtung Autobahn, auf der L 143 zwischen Hüttersdorf und Körprich und auf der L 170 zwischen dem Kreisverkehr und dem Ortseingang Siersburg. Sechs Unfälle gleichen Typs haben sich zudem auf der B 269 bei Saarwellingen ereignet. Und viel ausrichten kann die Polizei meistens nicht. Etwa auf der L 170 vor Siersburg. Dort ist bereits eine Tempo-70-Zone eingerichtet. Die Geschwindigkeit noch weiter zu reduzierten, hält der stellvertretende Leiter der Polizei in Dillingen, Leo Hoffmann, für sinnlos.



Hoffmann: „Das würden die Autofahrer auf der Strecke nicht akzeptieren.“ Generell sei ein Problem bei Wildunfall-Strecken, das niemand voraussagen könne, wo das Wild im nächsten Jahr kreuzen wird. Die L 142 und die B 269 seien zwei jedes Jahr dabei, doch selbst dort variieren die Teilstücke. Mehr als nachprüfen, ob genügend Hinweisschilder stehen und Geschwindigkeitseinschränkungen existieren, gehe da nicht. Hier sind vor allem die Autofahrer gefragt. Wenn Wild an oder auf der Straße steht, gilt nach Angaben des ADAC folgende Regel: Licht abblenden, kontrolliert bremsen und hupen. Denn Wildtiere können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht einschätzen. Grelles Scheinwerferlicht macht sie außerdem orientierungslos. Und vor allem mit Nachzüglern rechnen. Wildschweine, Rehe und andere Arten leben in Gruppen beziehungsweise Rudeln. Und wenn sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden lässt, heißt die ADAC-Devise: Ein kontrollierter Aufprall ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Im Ernstfall das Lenkrad festhalten, geradeaus fahren und dabei bremsen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Denn reflexartig weichen viele Menschen Tieren aus. Klaus Ney, Leiter der Dillinger Polizei, rät deshalb: „Es hilft nur, sich, sobald man ein Schild sieht, das Wildwechsel ankündigt, mental auf die Situation vorzubereiten. Und im Zweifelsfall dem Tier nicht auszuweichen und damit das eigene Leben nicht zu gefährden.“


Welche Maßnahmen verhindern Wildunfälle bundesweit?

Kreis Saarlouis.  Das Bundesverkehrsministerium hat das Thema Wildunfälle zum Forschungsgegenstand erhoben. Im Laufe dieses Jahres soll die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) untersuchen, welche Vorkehrungen getroffen werden können, um Wildunfälle zu vermeiden. Denn bisher macht es jede Kommune ein wenig anders. Es gibt unterschiedliche Methoden, die aber bisher nie bundesweit ausgewertet wurden. Dazu gehören beispielsweise Reflektoren, die das Licht der Autos in den Wald reflektieren und so die Tiere erschrecken sollen. Ende des Jahres sollen die Daten und Methoden aus den einzelnen Bundesländern ausgewertet und einheitliche Empfehlungen ausgesprochen werden. Auch das saarländische Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr ist an dem Problem dran. Nach Angaben der Ministeriumssprecherin Sabine Schorr wird derzeit ein so genanntes Todfund-Kataster erstellt. Dort soll statistisch erfasst werden, wo es die meisten Wildunfälle im Land gibt und was dagegen getan werden kann. Klar ist bereits: Spitzenreiter bei Wildunfällen ist der Kreis St. Wendel. dög

AUF EINEN BLICK

Die Saarbrücker Zeitung stellt in einer Serie die Unfallhäufungsstellen aus dem Jahr 2010. Unfallhäufungsstellen sind nach Angaben der Polizei Unfallstellen mit mindestens fünf Unfällen gleichen Typs. Die werden von der Unfallkommission des Kreises erforscht. In der Kommission sind die Straßenverkehrsbehörde, die Straßenbaubehörde und die Polizei vertreten. Gemeinsam wird nach geeigneten Maßnahmen gesucht, die Unfälle vermeiden oder ihre Zahl wenigstens verringern sollen. Doch nicht immer ist das möglich. dög
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