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Ungeeignet: Schulessen oft viel zu kalorienreich

Saarbrücken. Anbieter für Schulessen im Saarland gibt es viele, doch längst nicht alle bieten kindgerechte Mahlzeiten. Oft belieferten Caterer sowohl Altenheime als auch Schulen mit dem gleichen Essen, erklärt Christoph Bier von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Kinder bräuchten jedoch etwas anderes als ältere Menschen. „Das beginnt schon bei der Kalorienzahl.“

Einige wenige Speisenanbieter sind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Schulessen zertifiziert. Insgesamt in Deutschland sechs, davon zwei im Saarland. So gesehen, schneidet das Saarland im bundesweiten Vergleich nicht schlecht ab. Allerdings vertreiben allein im Saarland 70 bis 80 Versorger Schulessen. Das heiße natürlich nicht, dass Anbieter ohne Zertifikat kein gutes Schulessen anbieten, sagt die Sprecherin des saarländischen Verbraucherschutzministeriums, Sabine Schorr: „Allerdings können Betriebe ohne Zertifikat eben nicht eingeschätzt werden.“ Bei zertifiziertem Essen kann man davon ausgehen, dass Menge und Zusammensetzung der Nährstoffe für Kinder angemessen sind.

Häufig enthalte das Mittagessen in Schulen zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse, erklärt Bier. Kindgerechtes Schulessen müsse auch nicht teuer sein: „Weniger Fleisch reduziert auch die Kosten.“ Der Hauptkostenpunkt seien aber nicht die Produkte, sondern Transport- und Produktionskosten. Ein Schulessen kostet im Durchschnitt nach Informationen des Bildungsministeriums zwischen 2,80 und 3,50 Euro. Ob für die Mahlzeiten überwiegend regionale und saisonale Produkte verwendet werden, spiele bei der Zertifizierung eine untergeordnete Rolle: „Das ist kein Muss“, sagt Bier. Auch Tiefkühlkost wird verwendet. Tiefkühlerdbeeren waren aktuell in Ostdeutschland für die Magen-Darm-Erkrankungen tausender Schüler die Ursache, die mit Schulessen von der Firma Sodexo versorgt worden waren. Natürlich könne so etwas auch zertifizierten Betrieben passieren, sagt Bier. „Aber auch dann, wenn man keine Tiefkühlkost verwendet.“

Auch frisches Gemüse könne schließlich verunreinigt sein. Allerdings sei eine derart große Krankheitswelle wie in Ostdeutschland im Saarland eher unwahrscheinlich: „Dadurch, dass es so viele Versorger gibt, wäre nur ein kleiner Teil von Schülern betroffen.“

Bier betont, dass die beiden zertifizierten Anbieter im Saarland sehr bemüht seien, viele regionale Produkte zu verwenden. Das sei jedoch nicht immer so einfach: „Die Infrastruktur fehlt, um die Produkte auszuliefern. Außerdem werden nicht ausreichend Produkte im Saarland produziert.“

Viele Bauern wollten auch gar keine langfristigen Verträge mit Caterern eingehen. In den Klassen eins bis zehn werden täglich im Saarland 12 000 Schüler in der Schule verpflegt.

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