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Uni-Camp: Mehr Mädchen in "männlichen" Fächern

Julia Hector, Julie Bothe, Laura Auer und Katrin Thieser (v.l.) testen
die Oberflächenspannung mit Hilfe von Seifenblasen.

Julia Hector, Julie Bothe, Laura Auer und Katrin Thieser (v.l.) testen die Oberflächenspannung mit Hilfe von Seifenblasen.

Saarbrücken. Informatik und Physik ist nur was für Jungs – von wegen. Das neunte Uni-Camp, das von der Universität des Saarlandes und vom saarländischen Bildungsministerium veranstaltet wird, richtet sich ausschließlich an Mädchen und soll ihnen die so genannten „Mint“-Fächer näher bringen. Gemeint sind damit die Zweige Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, in denen der Jungenanteil der Studierenden traditionell um ein Vielfaches höher ist.

Die Studierendenzahlen am Campus belegen das. So liegt der Frauenanteil im Fachbereich Informatik bei gerade einmal zehn Prozent. In der Physik sind immerhin ein knappes Viertel Frauen. In der Mathematik ist ihr Anteil sogar noch höher, gerade, wenn auf Lehramt studiert wird. Bis zum kommenden Freitag erwartet die 40 möglichen Studentinnen von morgen ein breites Angebot an Vorträgen und Workshops, bei denen sie auf spielerische Weise einen Einblick in die verschiedenen Forschungsfelder erhalten sollen. „Oft trauen sich die Mädchen auf diesem Gebiet zu wenig zu.

Es gibt aber auch nach wie vor Lehrer, die Mädchen in den naturwissenschaftlichen Fächern mit gewissen Vorurteilen begegnen“, erklärt die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Nicole Riegger. „Untersuchungen belegen auch, dass sich Mädchen beim Lernen, in Gegenwart von Jungen, anders verhalten“, führt Riegger fort.

Im Gegensatz zum grauen Theorie-Alltag in der Schule sollen die Mädchen aus der Mittelstufe in der Praxis ihre eigenen Talente entdecken. Mit Workshops wie „Ran an die Physik: Selbst experimentieren in den Laboren“ oder „Mit dem Computer sprechen“, was im Fach Computerlinguistik angeboten wird, soll eine bessere Vorstellungskraft über die einzelnen Studienfächer entstehen.

Zu oft schreckt die Mädchen eine falsche oder nicht vorhandene Vorstellung von einem Studiengang ab. Abends dann sorgen Theaterworkshops oder Sportspiele für den nötigen Bewegungsausgleich. „Ich hätte nicht gedacht, dass hier alles so groß ist auf dem Unigelände“, sagt die erstaunte Caroline Mack, eine der Camp- Teilnehmerinnen. Die Schülerin der Realschule Heusweiler ist sehr an Chemie interessiert und erwartet eine spannende Woche voller neuer Eindrücke. Michelle Reichrath vom Max- Planck Gymnasium in Saarlouis hat mehr Freude an der Physik, erwartet aber ebenfalls abwechslungsreiche Tage. „Wir können hier den Studentenalltag miterleben und viele neue Leute kennenlernen.“

Die Mädchen haben ihre Unterkunft an der Landessportschule. In der Mittagspause gehen sie wie die „richtigen“ Studierenden in der Mensa essen.

Nach dem UniCamp soll jede Schülerin einen studentischen Mentor bekommen, so dass auch in der Folge Besuche – etwa von Vorträgen – an der Universität möglich sind. So geraten die gemachten Erfahrungen nicht in Vergessenheit.

HINTERGRUND

Zum neunten Mal findet bis 10. August an der Saar-Uni ein UniCamp für Schülerinnen statt. Auf Initiative der Universität und des Bildungsministeriums können 40 Mädchen der Klassenstufen acht und neun ihre naturwissenschaftlich- technischen Talente auf den Campus in Saarbrücken und Homburg entdecken. Im Angebot sind die Fächer Bioinformatik, Chemie, Computerlinguistik, Physik, Mathematik und Informatik sowie Mechatronik, Materialwissenschaften und Molekulare Medizin. Die Mädchen experimentieren dabei mit Wissenschaftlern in den Labors. red

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