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Uni-Klinik Homburg will mehr Transparenz im Organspendeverfahren schaffen

Seit den Skandalen rund um Manipulationen bei Organtransplantationen ist es vor allem eines, was die Verantwortlichen in Kliniken und Krankenhäusern umtreibt: Transparenz im Verfahren. Am Homburger Universitätsklinikum (UKS) hat sich nun für das „Transplantationsprogramm Leber“ unter dem Dach des Transplantationszentrums ein Beirat gegründet.

Anfang der Woche stellten Vertreter des neuen Gremiums, bestehend aus Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, Kooperationspartnern, der Ärztekammer und Patientenvertretern, dessen Ziele vor. „Wir öffnen uns in Richtung der Institutionen im Saarland, seien es das zuständige Landesministerium, die saarländische Ärztekammer oder auch die Patientenverbände und unseren Kooperationspartner“, erläuterte Professor Matthias Glanemann, Direktor der Klinik für allgemeine Chirurgie als einer der Unterzeichner der neuen Satzung für das Leber-Transplantationsprogramm.

„Wir berichten darüber, was wir getan haben, im Positiven wie im Negativen. Und das, weil wir glauben, dass dieser Informationsimpuls von uns ausgehen muss. Und wir hoffen so, verlorenes Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurückgewinnen zu können.“ Dass Vertrauen zurückgegangen sei, belege, so Glanemann die rückläufige Zahl an Organspenden. Die Arbeit des neuen Beirats sei dabei nachhaltig angelegt, „wir wollen uns Jahr für Jahr diesem neuen Beirat präsentieren und über unsere Arbeit berichten“, verdeutlichte Glanemann.

Glanemann machte auch klar, dass die neue Satzung und die Gründung des Beirates für den Bereich der Leber-Transplantationen nichts mit der aktuellen Spardiskussion rund um das Homburger Universitätsklinikum zu tun habe. Zum Hintergrund: Der Wissenschaftsrat hatte vorgeschlagen, die Transplantationen von Lunge und Leber am UKS zu Gunsten der Transplantationszentren in Mainz oder Heidelberg aufzugeben. Glanemann: „Als die Idee zu diesem Beirat kam, gab es das Gutachten des Wissenschaftsrates noch gar nicht.“

Dass der Fortbestand von Leber- und Lungentransplantationen am Homburger zwingend nötig sei, machte gerade Jutta Riemer als Vertreterin der Patientenverbände deutlich. „Für uns ist der Standort Homburg wichtig für die regionale Versorgung von Patienten. Die müssen dann nicht zur Nachsorge nach Mainz oder Heidelberg fahren.“

Und zu der vom Wissenschaftsrat mit der Aufgabe der Transplantationsmedizin verbundenen Kosteneinsparung ergänzte Glanemann: „Wir sind in Homburg klein, aber von hoher Qualität. Wir leisten unsere Arbeit zudem ohne zusätzliche finanzielle Zuwendung.“

Aus Sicht von Professor Frank Lammert, Direktor der Klinik für Innere Medizin II und ebenfalls Mitglied des Beirates, habe der Wissenschaftsrat zu sehr auf reine Zahlen fokussiert. „Dabei verkennt der Wissenschaftsrat aber, dass es nicht um Fallzahlen geht, sondern im Qualität. Es geht nicht um Masse, sondern um eine gute Patientenversorgung.“

Und auch Lammert verdeutlichte, dass eine Verlagerung der Transplantationsmedizin für die Patienten eine kaum tragbare, logistische Belastung bedeute. „Transplantationsmedizin ist eine regionale Versorgung.“

Von dieser regionalen Versorgung profitierte auch Klaus Scheid aus Homburg. Er bekam Ende April eine neue Leber. Sein Fazit am Montag: „Das Team in Homburg hat perfekt gearbeitet.“

 

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Auf einen Blick

Unter dem Dach des Transplantationszentrums am Homburger Universitätsklinikums, geleitet von Dr. Urban Sester, hat das Leber-Transplantationsprogramm im Jahr 2013 insgesamt 17 Organe transplantiert, 16 Patienten kamen dabei aus der Region. Diese und andere Zahlen will der neue Beirat, gründend auf der neuen Satzung des Leber-Transplantationsprogramms, einmal im Jahr vorstellen. thw
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