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Uni-Leben: Die schlimmsten Anfängerfehler bei Referaten

Vielen Studienanfänger graut es jetzt schon bei der Vorstellung, in den kommenden Wochen vor Professor und Kommilitonen ein Referat halten zu müssen. „Das Lampenfieber lässt mit zunehmender Übung nach“, beruhigt Bildungsforscher Christof Wecker. Er arbeitet am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München .

Wecker hat nicht nur viele Hochschulseminare selbst geleitet, sondern forscht auch zu diesen Themen. Entsprechend kennt er typische Fehler, die Studenten meist bei ihren ersten Vorträgen unterlaufen. Und weiß auch, wie man sie vermeidet.

Fehler 1 – Präsentation und Vortrag sind deckungsgleich: Powerpoint-Präsentationen sind heutzutage Standard bei den meisten Referaten. Oft packen Studenten alle Inhalte, die sie vor dem Plenum erzählen wollen, eins zu eins auf die Folien. „Das ist ungeschickt“, sagt Wecker. Denn so entsteht keine Spannung. „Die Zuhörer können sich jederzeit aus dem mündlichen Vortrag ausklinken, da sie das Gehörte auch auf den Folien mitlesen können.“ Der Tipp: Zunächst plant man sein Referat – und legt danach fest, was in den mündlichen Teil gehört, empfiehlt Wecker. „Steht das Gerüst, wählt man aus, welche Inhalte auf die Folien kommen und an welchen Stellen der Vortrag durch Bilder und andere Illustrationen aufgewertet wird.“

Fehler 2 – Diskussion vergessen: Der Stoff ist perfekt aufbereitet, der Vortrag läuft flüssig. Der Dozent ist trotzdem nicht zufrieden. Der Referent hat nur vorgelesen, aber das Auditorium nicht eingebunden. Ratschlag: Besser sucht der Referent vorab nach Punkten, aus denen sich ein Gruppengespräch ergeben könnte, rät Wecker. „Man sollte mit Referaten Diskussionen anzetteln und nicht einfach nur Informationen wiedergeben“, erklärt der Münchner Wissenschaftler.

Fehler 3 – Überlänge: Bereits mehrfach hat der Dozent demonstrativ auf die Uhr geschaut. Die Vortragszeit von 30 Minuten ist lange abgelaufen, doch erst die Hälfte der Inhalte ist vorgetragen. Tipp: Vorher mindestens einmal den Vortrag durchsprechen. „So lässt sich die Länge abschätzen“, sagt Wecker. Außerdem sollte sich der Referent schon bei der Vorbereitung überlegen, welche Inhalte weggelassen werden können. Fehler 4 – Zu viel Stoff: Die Lehrbücher zum Thema enthalten Massen an Informationen – und alles scheint wichtig zu sein. Dadurch besteht immer das Risiko, sich in Details zu verlieren. Der Tipp des Experten: Lieber frühzeitig in ein Thema einarbeiten und dann alles erst einmal sacken lassen. „Aspekte, die man nach vier Tagen vergessen hat, sind ideale Streichkandidaten“, erklärt Wecker.

Fehler 5 – Die Tücken der Technik: Das Anschlusskabel für den Beamer ist verschwunden. Der Computer will nicht hochfahren. Und jetzt? Der Tipp des Fachmanns: Für den Fall der Fälle bleibt eigentlich nur, einen Ausdruck der Präsentation in der Tasche zu haben. Für Notfälle geeignet seien aber auch Notizen oder ein Stichwortzettel.
 
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