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"Unter der Linde" in Saarbrücken heizen einmal im Monat Bands ein

Irgendwas ist anders im Wirtshaus „Unter der Linde“ in St. Arnual. Es dauert ein paar Minuten bis man merkt, was sonst üblich ist, hier aber fehlt: In dem Restaurant, das letztes Jahr im Mai öffnete, dudelt keine Hintergrundmusik zum Essen: Kein sanfter Jazz, kein seichter Radiopop, einfach nichts. Musikmäuschenstill ist dennoch nicht – dafür sind viel zu viel Gäste da, die reden und mit dem Geschirr klappern. Doch warum keine Musik? „Wegen unserer Freunde von der Gema!“, sagt Jürgen Becker (48). Die Ironie seiner Aussage betont er zusätzlich mit einem Augenrollen. „Ein Mitarbeiter“ des Musikrechteverwerters „spazierte hier rein und sagte: ,Sie wollen sich doch sicher gerne anmelden?’“, erinnert er sich und schmunzelt. „Ich hab’ ihn dann gefragt: ,Sehen Sie hier irgendwo einen Lautsprecher, eine Anlage?’“ Noch immer ist Becker die Freude anzumerken, dass der Gema- Mitarbeiter unverrichteter Dinge abziehen musste: Tatsächlich steht hier nirgends eine Anlage; im normalen Betrieb verzichtet Becker einfach auf Musik, ums sich die Gebühren zu sparen. Mit Geiz hat das nichts zu tun, vielmehr ärgerten ihn die horrenden Summen, die die Gema in der Vergangenheit von Gastronomen forderte.

Auf Musik will Becker, der auch das Restaurant „Zahm“ am St. Johanner Markt betreibt, nicht ganz verzichten, „auch dann nicht, wenn die Gema kommt“. Einmal im Monat, meist am dritten Mittwoch, lädt er zur Eventreihe „Linde live“. „Dann“, sagt er lachend, „stell’ ich auch Boxen auf.“ Becker zeigt mit dem Finger an eine Wand: „Da platziert sich die Band. Die Schiebetüre steht offen. Da können dann die Leute Platz nehmen, die lieber etwas abseits sitzen.“ Live-Musik, glaubt Becker, sei kein Garant für eine volle Bude. „Es gibt sogar Kunden, die sagen: ,Ach, du hast am Mittwoch wieder Live-Musik. Dann kommen wir lieber an einem anderen Tag’.“ Auch junge Saarbrücker „stehen nicht unbedingt auf das Musik-Programm.

Die hören lieber DJs zu. Techno und so“, sagt er achselzuckend. Live-Musik habe er nur aus einem Grund ins Programm aufgenommen: „Ich mach’s einfach, weil ich’s will. Wirtschaftlich betrachtet bringt es mir nichts, doch ich hab’ Spaß dran.“ Viel Arbeit hat er mit der Event-Reihe nicht, „die Bands sucht Jürgen Rath für mich aus“. Rath, der in mehreren Bands Gitarre spielt und mit Sänger und Gitarrist Rudi Spiller „Gulli“ das Duo „Smokin’ Strings“ stellt, machte im November den Auftakt zur Musikreihe „Linde Live“.

Was hört man? „Viel Gitarre, viel Rock, Blues, 80er-Jahre-Musik, gute Stimmen und gute Stimmung.“ Im Sommer plant er „Linde live“ nach draußen zu verlagern: Wir haben ja genau vor der Tür den wunderschönen Marktplatz. Die Bands will ich auf die Ladefläche von einem VW T4, so’n alter Kastenwagen, stellen. Die haben dann eine kleine, 1,30 Meter hohe, etwas andere Bühne. Viel Technik braucht die handgemacht Musik ja nicht: Boxen, Verstärker und fertig.“ Die Vorfreude auf den Sommer steht ihm ins Gesicht geschrieben. Auch dann bleibt der „Eintritt kostenlos. Wir lassen immer ein Hut rumgehen. Mit den Einnahmen sind die Bands zufrieden.“ Bis zum Sommer stehen aber noch einige Termine drinnen an. „Da gibt’s allerdings keine Bühne. Dann müssen wir wieder ein wenig rumräumen und Platz schaffen“, sagt er und grinst.

 Nächster Konzerttermin: Wollmann & Brauner, Blues, Jazz, Country & Folk, Mittwoch, 19. Februar, 20 Uhr. Wirtshaus Unter der Linde, St. Arnualer Markt 8.

 

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