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Unternehmens- berater muss in den Knast

Saarbrücken. Wegen einer Serie von Insolvenzdelikten rund um den Konkurs von vier saarländischen Unternehmen hat das Landgericht einen Unternehmensberater (43) zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der gebürtige Saarländer hatte sich als Berater oder Geschäftsführer um die Belange besagter Firmen in Saarbrücken und Kirkel gekümmert. Mit ihm auf der Anklagebank der großen Wirtschaftsstrafkammer saßen drei Männer im Alter von 43, 47 und 69 Jahren. Die beiden jüngeren wurden zu Geldstrafen verurteilt, der ältere Mann zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung.

Verspätete Insolvenz

Der heutige Rentner und gelernte Techniker hatte sich Anfang der 90er Jahre den Traum vom eigenen Betrieb im Bereich Metallverarbeitung erfüllt. Weiter hieß es im Urteil: Etwa ab 1998 hätten die Zahlen in dem Unternehmen schlecht ausgesehen. Dann habe der Chef sich professionelle Hilfe beim späteren Hauptangeklagten geholt, einem Betriebswirt und Unternehmensberater. Dieser Berater habe sich offenbar überschätzt. Er habe eigenes Geld in dieses und andere Unternehmen gesteckt, habe dabei teilweise die Geschäftsführung übernommen.

Aber das klappte nicht. Am Ende stand jeweils die verspätete Insolvenz mit offenen Rechnungen sowie einer Straftaten-Mixtur vom Betrug über das Nichtbezahlen von Sozialabgaben bis zur Untreue. Davon betroffen waren besagte Firma des Technikers, deren Nachfolgefirma unter zeitweiser Führung des 47-jährigen Mitangeklagten, das Consulting-Unternehmen des hauptangeklagten Unternehmensberaters sowie die Reinigungsfirma des dritten Mitangeklagten. Dieser hatte sich als gelernter Mechaniker ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse Hilfe von dem Berater erhofft. Vergebens.

Sozialabgaben hinterzogen

Am Ende listete die Anklage unter anderem auf: Die eine Firma habe trotz Kenntnis ihrer Zahlungsunfähigkeit bei anderen Unternehmen Dienstleistungen für rund 29.000 Euro in Auftrag gegeben und nicht bezahlt. Zwei Firmen hätten Sozialabgaben in Höhe von 15.000 Euro und 38.000 Euro nicht abgeführt. Zudem habe eine der von dem Berater betreuten Firmen kurz vor knapp noch mehrere tausend Euro vom Geschäftskonto abgehoben. Insgesamt mehr als 60 Straftaten standen damit letztlich auf der Liste für den Unternehmensberater. Jeweils eine, nämlich vorsätzliche oder fahrlässige Insolvenzverschleppung, bei seinen drei Mitangeklagten. Sie kamen deshalb mit milderen Strafen davon und müssen im Gegensatz zu dem Unternehmensberater nicht ins Gefängnis. Alle vier Angeklagte nahmen dieses Urteil an.
Wolfgang Ihl
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