A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Unterschriften für vierspurigen Ausbau der A8

 Tünsdorf. Brummi an Brummi quälen sich einmal mehr am vergangenen Mittwochabend durch die Ortschaft auf der L170. Obwohl die Lkw mehr als die erlaubten 50 Stundenkilometer drauf haben, setzt ein Autofahrer zum Überholmanöver an, will die Kolonne hinter sich lassen: trotz Gegenverkehr. "Eine Tote, mehrere Schwerverletzte und jeden Tag ein Auffahrunfall - es reicht", meint Büschdorfs Ortsvorsteher Andreas Hoffmann. Büschdorf ist seit April ebenso betroffen wie Eft-Hellendorf, Borg, Tünsdorf oder Wehingen und weitere Ortsteile von Mettlach. Seit 6. Juli ist die Sperrung der A8 Richtung Saarbrücken zwischen Borg und Wellingen verlängert worden - bis Schwemlingen. Der Verkehr wird von Wellingen aus über die L170 bis zur Anschlussstelle Schwemlingen umgeleitet. Grund: die Erneuerung der Fahrbahndecke Höhe Weiler und die Brückensanierung in Weiler. An den ersten beiden Tagen versanken Wellingen, Weiler und Schwemlingen im Verkehrschaos (wir berichteten). "Zurzeit rollt der Verkehr, wenn auch Stoßstange an Stoßstange", sagt Maria Bänsch-Schnur, Ortsvorsteherin von Schwemlingen.

Für kompletten Ausbau

Mit Gleichgesinnten der Bürgerinitiative "Pellinger Tunnel - Sicherheit an der L 170" überlegen Hoffmann und Bänsch-Schnur am Mittwochabend, wie sie Druck machen können, um ihr Ziel zu erreichen. Das lautet unmissverständlich: Die A8 muss vierspurig ausgebaut werden. Am Wochenende wird die BI eine Unterschriftenaktion starten. "Wir sind für einen kompletten Ausbau der A8 von Merzig bis Luxembourg - vier Spuren - vollständige Auf- und Abfahrten - gegenläufiger Verkehr im Pellinger Tunnel", titeln die Listen. Sie werden von Luxemburg bis Merzig ausgelegt: in den Tankstellen im Großherzogtum, in Kindergärten, Geschäften, Wirtschaften, Restaurants entlang der L170 und in der Kreisstadt. 1000 Listen sind in Auftrag gegeben worden, dazu 75 Plakate, die auf die Aktion aufmerksam machen sollen. Der Empfänger der Unterschriften: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. "Wenn er am 16. August im Saarland ist, werden wir ihm die Listen übergeben", sagt BI-Sprecher Kurt Robinius. "Wenn er nicht zu uns an die Strecke kommt, gehen wir zu ihm." Ihr Namenszug sollen alle Betroffenen auf die Listen setzen - Anwohner wie Pendler. Für Dienstag, 4. August, plant die BI eine Demonstration in Schwemlingen. "Treffen ist um zehn Uhr am Kapellenplatz", sagt Robinius. Postkarten sollen dann verteilt werden - natürlich mit der Forderung auf vierspurigen Ausbau der A 8.

"Es soll was passieren"

Wiederum ist der Adressat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. "Wir wollen Druck machen, damit endlich etwas passiert", kommentieren die BI-Mitglied Reinhard Biringer und Peter Christ Tünsdorf sowie Ruth Müller aus Schwemlingen. Für Robinius, Bänsch-Schnur und Hoffmann steht fest: Nach der Eröffnung des Pellinger Tunnels Mitte September sei die Arbeit der BI noch lange nicht beendet. "Wir machen so lange weiter, bis die A 8 vierspurig ausgebaut ist, die Auf- und Abfahrten vollständig sind und Gegenverkehr im Pellinger Tunnel möglich ist."

Auf einen blick

Seit der Sperrung des Pellinger Tunnels im April seien bis Juli mehr Unfälle auf der L 170 registriert worden als vergangenes Jahr. Das haben das Polizeikommissariat Merzig und die Landespolizeidirektion Saarbrücken bestätigt. Die genauen Zahlen, so war aus Saarbrücken zu erfahren, würden in den nächsten Tagen vorliegen. Derzeit sei die Statistik in Arbeit. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens mit all seiner Problematik habe man stets "ein Auge auf die L 170", heißt es aus dem Verkehrskommissariat Merzig.

Hintergrund

"Die Blechlawine durch die Dörfer hätte man sich sparen können, wenn sich der Landesbetrieb für Straßenbau ein Beispiel an der Bahn genommen hätte", sagt der ehemalige Sicherheitsexperte der Bahn, Heinz Temmes aus Schwemlingen. Mobile Arbeitsbühnen sei das Zauberwort. Während von der Arbeitsbühne auf der einen Seite die Sanierungen liefen, könne auf der anderen der Verkehr in eine Richtung laufen. mst 
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