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Untreue-Ermittlungen: Staatsanwalt prüft Finanzspritze für Marpinger Biberburg

Symbolfoto

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. Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken gab sich wortkarg und zurückhaltend. Er meldete gestern ein „Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister einer saarländischen Gemeinde“ wegen Betrugs- und Untreueverdacht. Den Namen des Marpinger Bürgermeisters Werner Laub ( SPD ) bestätigte er nicht, obwohl in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am Mittwochabend offiziell vom Beigeordneten Volker Weber ( SPD ) informiert wurde, dass das Rathaus in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen Laub – seit 25 Jahren an der Verwaltungsspitze – auf richterliche Anordnung durchsucht wurde.

Kripobeamte machten auch bei Laub privat einen unangekündigten Hausbesuch, beschlagnahmten nach SZ-Informationen Computer und Handy sowie Aktenordner mit Reisekostenabrechnungen und Unterlagen zu dem Schullandheim-Verein Biberburg im Ortsteil Berschweiler. Erster Vorsitzender dieses Vereins ist Laub in seiner Funktion als Marpinger Bürgermeister. Auch Räume des Vereins sollen durchsucht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft interessiert sich für Finanztransaktionen aus der Kasse der hoch verschuldeten Gemeinde an den Verein. Im Mai 2011 flossen 60 000 Euro als Darlehen an den Trägerverein Biberburg. Wie es heißt, ist dazu kein Gemeinderatsbeschluss bekannt. Die Konditionen seien mit einer vereinbarten Tilgung von nur 100 Euro monatlich „sonderbar günstig“ gewesen, so formulierte es ein Insider. Das Interessante an diesem kommunalen Geldgeschäft, das strafrechtlich möglicherweise als Untreue gewertet werden kann: Der Darlehensvertrag soll Laubs Unterschrift tragen, aber nicht als Bürgermeister, sondern als Vereinschef und Darlehensnehmer. Für die Gemeinde unterschrieb ein Ex-Beigeordneter. Verwaltungschef Laub soll dann aber wieder die Anweisung an die Kasse unterschrieben haben, den Betrag an den von ihm geführten Verein auszuzahlen.

Die Strafanzeige gegen den SPD-Politiker stammt nach SZ-Informationen von einem früheren Rathaus-Mitarbeiter. Der wies die Ermittler wohl auch auf eine Reisekostenabrechnung Laubs hin. Dabei geht es um eine Dienstreise nach Köln. Den behaupteten dienstlichen Anlass soll es nicht gegeben haben. Laub habe aber private Verbindungen in die Domstadt.

Der Lebacher Rechtsanwalt Rolf Friedrichs verteidigt den erkrankten Laub. Er sagte, sein Mandant sei „tief getroffen“. Details der Vorwürfe seien ihm noch nicht bekannt. Deshalb sei Akteneinsicht beantragt.
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