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Unwetter: Schaden geht in Marpingen in die Million

Feuerwehrleute vor etwas mehr als einer Woche in den Fluten: Wasser strömte in Häuser. Fotos (2): FFW/Dirk Schäfer

Feuerwehrleute vor etwas mehr als einer Woche in den Fluten: Wasser strömte in Häuser. Fotos (2): FFW/Dirk Schäfer

Noch steht die genaue Bilanz des Schadens aus, den Starkregen im Marpinger Ortsteil Berschweiler gleich zweimal binnen weniger Tage angerichtet hat. Bürgermeister Werner Laub ( SPD ) kann nur grob schätzen, geht bislang von bis zu einer Million Euro aus, die benötigt werden. Aber um konkrete Angaben zu machen, müsse erst alles erfasst werden.

 

So war es nicht nur diese ausstehende Kalkulation, die es im Anschluss an das Treffen der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) mit den Rathauschefs der vom Unwetter vergangener Woche am stärksten betroffenen Kommunen unmöglich machte, jetzt konkrete Unterstützungssummen zu beziffern. Es fehlt zudem die rechtliche Voraussetzung. Die will die Saar-Regierung am heutigen Dienstag schaffen, eine Nothilfeverordnung auf den Weg bringen, um Betroffenen mit erklecklichen Summen zu stützen.

 

Aber: „Damit werden sicherlich nicht alle Schäden Privater beseitigt werden können“, prophezeit Laub. Es müsse geklärt werden, was Versicherungen übernehmen. „Das ist noch alles ganz offen.“ Wie bei vielen Saarländern hätten wohl auch viele Berschweiler keine Elementarschadenversicherung für ihr Haus abgeschlossen, die umfangreich unter anderem bei Erdrutsch und Überschwemmung eintritt.

 

Marpingens Bürgermeister, nach eigenen Angaben selbst nicht im Besitz solch einer umfassenden Versicherungspolice, rechnet damit, dass seitens des Landkreises St. Wendel eine Zentralstelle zur Schadensaufnahme und -regulierung nach Inkrafttreten der Nothilfeverordnung eingerichtet werde. Hierhin sollten sich Opfer wenden.

 

Von den bislang erfassten 41 beschädigten Häusern in Berschweiler sei indes keines einsturzgefährdet. „In zwei, drei Fällen waren durch Hangrutsch Gebäude bedroht“, berichtet Laub. Aber nach Untersuchung durch einen Geologen und Sicherungsarbeiten habe es Entwarnung gegeben. Dennoch: „Fünf bis sechs Haushalte sind massiv geschädigt.“ Sie müssen trockengelegt und saniert werden. Direkt nach dem Unwetter habe die Gemeinde Notunterkünfte angeboten, die Betroffenen seien jedoch anderweitig untergekommen.“

 

Was über Nothilfeverordnung, Versicherung und eigene finanzielle Möglichkeiten hinausgeht, soll ein Spendenkonto retten. Die Gemeinde will es einrichten, kündigt Bürgermeister Laub an. Außerdem denkt er an ein Benefizkonzert.

 

Unterdessen schreiten die Aufräumarbeiten in Berschweiler voran. Von den Fluten seien kommunale Gebäude ebenfalls betroffen, so zum Beispiel das Feuerwehrhaus und das Schullandheim. Allerdings hielten sich die Schäden in Grenzen. Während das Unwetter über das Dorf zog, war das Heim vorübergehend nicht zu erreichen, schildert Laub. „Als ich hinfahren wollte, kam ich mit meinem Auto nicht gegen die Wassermassen an.“

 

Die Wetterlage lässt die Menschen in Berschweiler nicht zur Ruhe kommen. So ist es zu weiteren Schäden durch Gewitterregen gekommen, der in der Nacht auf Montag übers St.Wendeler Land hinwegzog, wie Dirk Schäfer meldet. Der Feuerwehrsprecher: „Eine Familie traf es zum dritten Mal.“ Seine Kollegen waren im Einsatz, um die Räume auszupumpen. Abermals sei Wasser durch die Kellerwohnung geschossen.

 

Erst am Dienstag vergangener Woche hatte bei den Betroffenen die Fluten 80 Zentimeter hoch im Bau gestanden. Der komplette Hausrat landete darauf im Schuttcontainer. Auch beim ersten Unwetter am Samstag, 4. Juni, hatte es das Gebäude erwischt.

 

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