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Unwetter hält Landeshauptstadt in Atem

  Die „amtliche Unwetterwarnung“ des Deutschen Wetterdienstes vom Dienstagnachmittag hat es in sich. Es ist eine Warnung vor „schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“. Genauer: Niederschlagsmengen bis 35 Liter pro Quadratmeter, Sturmböen bis 85 km/h, zu erwarten bis etwa 19 Uhr.

Die düsteren Warnungen der Wetterkundler werden am Nachmittag wahr. Gleißend hell schießen Blitze vom bleigrauen Himmel und scheinen ganz in der Nähe ein Ziel gefunden zu haben. Scharfer, kurzer Donnerknall rast fast im selben Moment durch die Straßen, lässt Menschen zusammenzucken, Regenmassen rauschen auf die Stadt nieder, dicht wie ein Vorhang. Nichts kann sie bremsen, kein Gully sie mehr fassen. Beispiel Deutschmühlental: Dort prasselt so viel runter, dass die Autos ums Messegelände in einer Seenlandschaft zu versinken scheinen.

Blitze und Sturzfluten lähmen den Nahverkehr. „Betriebsstörung der Linie S1 und der Buslinien, wegen Unwetter kommt es im Bahnbereich und Busbereich zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten. Voraussichtliche Dauer: 60 Minuten (bis zirka 17.50 Uhr)“, meldet die Saarbahn GmbH im Internet und stimmt die Kunden auf Verspätungen von bis zu 30 Minuten ein.

In der Haupteinsatzzentrale der Saarbrücker Feuerwehr am Hessenweg stehen die Telefone nicht mehr still. Zwölf Beamte, viermal so viele wie im Regel-Betrieb, müssen nun der Notruf-Flut Herr werden und jedem Anliegen nachkommen. Das geht nur mit Verstärkung. Kollegen kommen aus der Freizeit oder aus anderen Abteilungen, um zu helfen.

Feuerwehrchef Josef Schun zieht am späten Nachmittag eine erste Bilanz des Regensturms: „Wir hatten rund 300 Anrufe und 90 Einsätze innerhalb sehr kurzer Zeit. Und wir mussten natürlich auf jeden dieser Anrufe reagieren. Die Einsatzschwerpunkte lagen in Dudweiler, St. Johann, Malstatt, Friedrichsthal, St. Ingbert.“ Für den gesamten Regionalverband sollten am Ende der stürmischen Stunden rund 100 Einsätze zu Buche schlagen. „Es waren sehr, sehr große Regenmengen in sehr kurzer Zeit. Sie drückten Gullydeckel hoch und überfluteten Keller und Tiefgaragen“, sagt Schuns Stellvertreter Ingo Wagenknecht. Zu diesem Zeitpunkt kehren die Retter – seien es nun die beiden Löschzüge der Berufsfeuerwehr oder die Kollegen aus den Innenstadtlöschbezirken der freiwilligen Feuerwehr – langsam vom Alarmstress in den Bereitschaftsbetrieb zurück.

Das fällt ihnen umso leichter, als dieses Unwetter zwar für kurze Zeit den Alltag auf den Kopf gestellt hat, aber offenbar niemanden verletzt hat.

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