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Unwetter im Saarland: 29 Liter Regen in einer Stunde

Aufgrund starken Regens lief am Mittwoch (02.05.2012) nicht nur der Keller der Turnhalle in Sulzbach voll.

Aufgrund starken Regens lief am Mittwoch (02.05.2012) nicht nur der Keller der Turnhalle in Sulzbach voll.

Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Lehmann

Saarbrücken. Von einem Jahrhundert-Unwetter wie vor drei Jahren wollte Bernd Becker nicht sprechen. Mit den Regengüssen von 2009 seien die von gestern „bei Weitem nicht zu vergleichen“, sagte der Landesbrandinspekteur der Saarländischen Feuerwehr. Und dennoch waren viele von Beckers Kollegen gestern fast den ganzen Morgen über im Einsatz, als ein Unwetter in weiten Teilen des Saarlands für vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen sorgte.
Bis zu 29 Liter Regen fiel laut Deutschem Wetterdienst allein in einer Stunde – sonst betrage der Niederschlag im gesamten Mai rund 76 Liter. Der starke Regen war auch das Hauptproblem, mit dem Feuerwehren und Straßenmeistereien im Saarland zu kämpfen hatten. Sturmschäden beispielsweise gab es nur vereinzelt.

Insgesamt verzeichnete die Polizei in der Zeit zwischen 6.30 Uhr und elf Uhr eigenen Angaben zufolge gut 160 Notrufe, das seien etwa zwei Drittel mehr als an normalen Tagen. Allein in Neunkirchen musste die Feuerwehr 110-mal ausrücken. „Häufig ging es darum, Keller auszupumpen“, sagte Bernd Becker.

Besonders stark war laut Polizei der Süden des Saarlandes betroffen. So seien in St..Ingbert mehrere Gullideckel nach oben gedrückt worden, auf der Saarbrücker Stadtautobahn A.620 habe das Wasser stellenweise 40 Zentimeter hoch gestanden. Auch zahlreiche unbefestigte Wege nahmen Schaden. Nach Angaben des Saarforst-Landesbetriebes musste ein Waldweg bei Spiesen-Elversberg komplett gesperrt werden. Nennenswerte Sturmschäden habe es dagegen nicht gegeben. Landesweit mussten Straßen wegen umgestürzter Bäume oder angeschwemmter Erdmengen gesperrt werden.
Vielerorts kam der Verkehr wegen des zu langsam abfließenden Wassers nur langsam voran.

„Das war ein Starkregenereignis, wie ich es persönlich in 30 Jahren als Autofahrer noch nicht erlebt habe“, sagte Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS). „Irgendwann hat das die Kanalisation einfach nicht mehr geschafft, wir mussten neue Abflussmöglichkeiten schaffen.“ Seiner Einschätzung nach war das gesamte Streckennetz des LfS betroffen. Die Polizei hatte schon frühzeitig über den Verkehrsfunk vor Aquaplaning gewarnt. Wetterbedingte Unfälle oder Verletzungen habe es aber nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Folgen der heftigen Regengüsse dürften mit denen des „Jahrhundert-Unwetters“ kaum zu vergleichen sein. Damals beklagte allein die Gemeinde Quierschied Schäden in Millionenhöhe diesmal nicht. In Spiesen schlug der Blitz in eine Schreinerei ein, die Feuerwehr musste anrücken. „Aber wegen des starken Regens lief auch dieser Einsatz glimpflich ab“, sagte Landesbrandinspekteur Becker. Auch auf den Straßen rollte der Verkehr nach wenigen Stunden wieder, sagte Klaus Kosok vom LfS. „Das Unwetter war dem ersten Eindruck nach nicht so schwerwiegend, dass es langfristige Schäden gab.“ Ein glimpfliches Ende also, laut Wetterdienst ist in den kommenden Tagen nicht mehr mit solchen Regenmengen rechnen.









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