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„Urban Art Show“ bringt Hip Hop-Kultur nach Saarbrücken

Einen Überblick über Überblick über 30 Jahre Graffiti-Kultur bietet die Ausstellung »Urban Art Show« in der Saarbrücker Stadtgalerie.

Einen Überblick über Überblick über 30 Jahre Graffiti-Kultur bietet die Ausstellung »Urban Art Show« in der Saarbrücker Stadtgalerie.

Saarbrücken. „Hip Hop-Kultur hat mehr Menschen zusammengebracht als irgendein Politiker auf dieser Welt“, schreibt der Graffiti-Künstler Zebster in seinem Überblick über 30 Jahre Graffiti-Kultur im Katalog zur Ausstellung. Wohl nie hat eine Kunstausstellung zur Vernissage mehr junge Besucher in der Saarbrücker Stadtgalerie zusammengebracht als die am Freitag eröffnete, von Colin Kaesekamp kuratierte „Urban Art Show“ lässt sich dazu feststellen.

Ein ungewohnter Anblick auch für den Kulturdezernenten Erik Schrader, den man selten vor Freude so hat strahlen sehen. Hat doch die vielfach noch immer als Jugendkultur bewertete künstlerische Ausdrucksform mit der Spraydose jetzt endlich mal die hehren Hallen der Kunst erreicht. Doch die Sprühdose ist schon längst nur noch ein Mittel unter vielen, mit denen diese Szene arbeitet, beweist die Schau, die 21 Künstler aus dem In- und Ausland sehr schön großzügig gehängt in drei Räumen zeigt.

Besonders ins Auge stechen da etwa die Arbeiten von Alexandre Farto. Der Londoner graviert riesige realistische Gesichter einerseits in alte Holztüren, die sich erst aus der Distanz erschließen, und arbeitet andererseits aus dicken Plakatschichten heraus. Der Luxemburger Spike dagegen arrangiert abstrakte Farb-Kompositionen in möblierten, verlassenen Innenräumen.

Mene Tekel wiederum, vom Konstruktivismus beeinflusst,  baut seine beinahe abstrakten Bilder aus Holzschichten zusammen. Er ist einer von drei Saarbrückern, die sich hier ganz selbstverständlich unter die internationalen Kollegen mischen.

Auch mal mit Espresso malt der Karlsruher Dome, der seine melancholischen menschlichen Gestalten zu klapprigen Marionetten entblößt, die sich Hasenmasken aufsetzen. 

Ebenfalls eher gedeckte Naturtöne liebt die Wienerin Frau Isa, die einzige weibliche Teilnehmerin, deren feine Damen auf Büttenpapier wie Todesallegorien wirken. Totenköpfe und Skelette findet man auf vielen anderen Bildern, die einen mal knallbunten, mal schwarz-weißen, plakativen Comic-Stil bevorzugen, wie man ihn auch an Graffiti-Wänden oft wiederfindet.

„Weird“, also gruselig, bizarr, nennt etwa der aus München stammende Wahl-Saarbrücker Cone seine Wimmelbilder mit monströsen Gestalten, die wie unter LSD gezeichnet wirken und aus dem Rahmen fast herauszuexplodieren scheinen. Zeichnerisch, zeigt sich überall, beweisen die Urban Art-Künstler eine große Akkuratesse und verströmen zugleich eine unglaubliche Energie. Die wirkt auch vor den weißen Wänden der Stadtgalerie gut. Noch mehr Bilder enthält der informative Ausstellungskatalog. 

Ausstellung bis 7. September, Stadtgalerie am St. Johanner Markt. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 11 bis 19 Uhr.

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