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Urexweiler Hallenbad vorerst wieder offen

Urexweiler. Wenn sich jemand leidenschaftlich für den Erhalt des Hallenbades im Marpinger Ortsteil Urexweiler einsetzt, dann Margret Geiger (CDU). Was nicht sonderlich verwundert. Wer sonst, wenn nicht die Ortsvorsteherin, sollte dies mit Inbrunst tun? Schließlich würde ein erheblicher Teil an Infrastruktur einbrechen, sollte das in den 70ern erbaute Bad dicht gemacht werden. Da klingt es trotzig und vollends überzeugt zugleich, wenn Geiger mit Nachdruck erklärt: „Ich gehe davon aus, dass das Bad erhalten bleibt.“ Das sei Marpingen den Menschen und deren Vereinen schuldig. Vorne weg der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) „mit über 100 Mitgliedern“. „Auch die Grundschüler aus allen Ortsteilen können nach den Ferien wieder rein.“



Über 200 000 Euro investiert

Letzteres war bis Mitte dieser Woche noch alles andere als sicher. Denn nach wie vor funktioniert die Hydraulik nicht. Die ist im Normalfall dafür zuständig, dass der Beckenboden für unterschiedliche Wassertiefen zwischen 90 Zentimeter und 1,80 Meter stufenlos verstellt werden kann. Das klappt zurzeit nicht und war Auslöser, das Bad im Juni zu schließen (wir berichteten). Knackpunkt: Erst im Vorjahr hatte die Gemeinde weit über 200 000 Euro investiert, um unter anderem den jetzt defekten Hebeboden zu sanieren. Dann gelangte durch eine undichte Stelle plötzlich Öl ins Wasser. Das ist nun gestoppt, der Boden auf 1,25 Meter festgestellt, das Bad offen. Wer wann und zu welchem Preis die Sache auf Vordermann bringt, steht in den Sternen. Bürgermeister Werner Laub (SPD) wartet auf Angebote diverser Firmen. „Über die Kosten können wir noch nichts sagen.“ Laub schätzt aber, dass es nicht teurer als 30 000 Euro werde.

Marpingens Schuldenberg: Über 30 Millionen Euro

Dass auf die Kommune Forderungen zukommen, steht außer Frage. Denn egal, ob sich herausstellt, dass die 2010 mit der Reparatur der Hydraulikanlage beauftragte Firma den Fehler möglicherweise zu verantworten hat, wird es von ihr aller Voraussicht nach kein Geld geben: Das Saar-Unternehmen ist insolvent, bestätigt der Rathauschef.

Der Gemeinderat soll sich während seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause Ende August mit dem politisch brisanten Thema befassen. Brisant deshalb, weil trotz angespannter Haushaltslage – Marpingens Schuldenberg beläuft sich aktuell auf über 30 Millionen Euro – die im Rat vertretenen Parteien vermeiden, auch bei möglicher Kostenexplosion einen Schlussstrich unter das Kapitel Hallenbad ziehen zu wollen. Volker Weber (SPD): „Das Bad zu erhalten, ist einhellige Meinung. Eine finanzielle Schmerzgrenze zu beziffern, ist zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwer.“ Und Peter Keßler?(CDU), in Vergangenheit als strikter Ausgabenmahner im Rat bekannt: „Wir werden auf jeden Fall für den Erhalt des Bades kämpfen.“ Der Urexweiler Unionschef ergänzt: „Es wird eine Lösung geben.“

Carola Uhl (Grüne) ist gleichfalls für den Erhalt, „aber immer mit Blick auf die Kosten“. Konkreter formuliert sie es nicht. Ein Marpinger Gesamtkonzept für alle sozialen Bereiche inklusive Sportstätten wie das Hallenbad fordert Eric Gutzke für die Linke. Darin müsse es auch um die Ausgaben gehen. „Wir dürfen keine Augenwischerei betreiben. Wir müssen den Bürgern offen und ehrlich sagen, was wir uns leisten können.“ Seine Partei wolle jetzt das Bad nicht aufgeben. Aber wie es in Zukunft aussieht, bleibe offen.

Und der Parteilose Paul Schäfer? Er habe schon in den 90ern gegen Millionen-Investitionen gestimmt. Heute kritisiere er jährliche Badbetriebskosten von weit über 200?000?Euro. Reparaturen nicht inbegriffen.

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