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Urlaub im All: Luxemburger will's wagen

Ab Ende 2011 soll das kommerzielle Raumflugzeug »Space-Ship-Two« finanzkräftige Touristen ins Weltall fliegen.

Ab Ende 2011 soll das kommerzielle Raumflugzeug »Space-Ship-Two« finanzkräftige Touristen ins Weltall fliegen.

Luxemburg. Mit 15 Jahren stecken viele Jungs mitten in der pubertären Phase, zoffen sich mit den Eltern, feiern Partys und überlegen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Das wusste Jean Ries in diesem Alter schon lange. Er saß mit 15 in seiner ersten einmotorigen Maschine und wollte nur eines – fliegen. Diese Leidenschaft hat den heute 51-jährigen Immobilienunternehmer nie losgelassen. Er ist aktiver Pilot, Fallschirmspringer und hat zwei Bücher über seine Leidenschaft geschrieben.


In 30 Sekunden ins Weltall

Dies alleine reicht dem Abenteurer nicht. Jetzt greift er nach den Sternen. Er gehört zu den 70 Kandidaten, die für das Weltraumtourismus-Projekt des Virgin-Gründers, des britischen Milliardärs Sir Richard Branson, ausgesucht wurden. 50 000 Kandidaten aus aller Welt hatten sich für den Ausflug in die galaktischen Weiten beworben. Die eigens gegründete Firma „Virgin Galactic“ hat das riesige Trägerflugzeug White-Knight-Two (Weißer-Ritter-Zwei) entwickelt. Das Flugzeug soll Space-Ship-Two in eine Höhe von 14 000 Metern befördern. Von dort aus ist der Start geplant. Innerhalb von 30 Sekunden dringt das Raumschiff ins Weltall vor. Durch die riesigen Bullaugen werden den Raumfahrern ein Rundblick auf Sonne, Mond und Erde garantiert. Fünf Minuten dauert das Vergnügen. Eine eingebaute Kamera im Helm hält die Eindrücke fest.

Alle Tests im National Aerospace Training Center bestanden

Beim Eintritt in die Atmosphäre wird der Raumflieger von 4000 Stundenkilometern auf 400 gebremst. Das Sechsfache der Erdbeschleunigung erfahren die sechs Passagiere und zwei Piloten am eigenen Körper. Das Blut wird aus dem Kopf gezogen, das Atmen fällt immer schwerer, jeder Muskel wirkt unbeweglich. Für Ries kein Problem. Er hat alle Tests im National Aerospace Training Center in Philadelphia bestanden. „Ich würde am liebsten morgen fliegen. Für einen Flieger wie mich ist ein Flug ins All das Ultimative“, sagt Ries.

Wann es genau losgehen soll, ist noch ungewiss. Von Ende 2011 oder Mitte 2012 ist die Rede. Bis dahin hält sich der aktive Luxemburger durch tägliches Laufen und Schwimmen fit und widmet sich der „Fondation Icare“, einer von ihm gegründeten Stiftung, die körperlich behinderten Menschen das Fliegen ermöglicht. Seine Frau und die vier Kinder teilen Ries' Begeisterung fürs Fliegen. Der Familienvater: „Am liebsten würde ich sie alle auf meine Reise ins Weltall mitnehmen.“

Hintergrund

Das Unternehmen Virgin Galactic arbeitet seit sieben Jahren zusammen mit dem US-Flugzeugdesigner Burt Rutan daran, Flüge ins All anzubieten. Diese sind mit einem wahren Raumflug, wie ihn Astronauten absolvieren, nicht vergleichbar. Weltall-Urlauber sollen bequem von ihren Sitzen aus durch Bullaugen die Erde von oben betrachten können. Wer die Schwerelosigkeit genießen will, darf sich auch abschnallen. Der gesamte Flug dauert vom Start bis zur Landung etwa zweieinhalb Stunden. Der Reisepreis beträgt 200 000 US-Dollar (ungefähr 140 000 Euro). Ende Oktober 2010 wurde die erste Start- und Landebahn eines für das Projekt gebauten US-Weltraum-Flugplatzes in der Wüste von Neu-Mexiko eröffnet.

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