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Urlaubsreise mit Nebenwirkungen

Saarbrücken. Die Zahl der Schweinegrippe-Infizierten im Saarland steigt. Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge gab es bis gestern Abend zehn bestätigte Fälle der Erkrankung. Bei fünf weiteren Personen liefen derzeit Untersuchungen, ob auch sie sich mit dem Virus angesteckt haben. Von den erkrankten Saarländern haben sich zwei in Deutschland angesteckt. Acht hingegen brachten die Infektion vom Mallorca-Urlaub mit nach Hause – und reihen sich in eine Schar von Spanien-Reisenden ein, die in den vergangenen Wochen die Grippe nach Deutschland importiert haben (wir berichteten). Dabei hat Spanien laut dem Berliner Robert-Koch-Institut nicht einmal die höchste Fallzahl an Infizierten. Aber Institutssprecherin Susanne Glasmacher gibt zu bedenken: „Wie viel eingeschleppt wird, hat auch damit zu tun, wie viele Leute an ein bestimmtes Ziel fliegen und wie eng die dort zusammensitzen.“

In den einschlägigen Touristen-Zentren geht es häufig sehr eng zu. Man dürfe, so Glasmacher, nicht vergessen: „H1N1 ist eine Kontaktkrankheit.“ Sie wird durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, übertragen. Nichtsdestotrotz solle sich niemand den Urlaubsspaß verderben lassen, sagt der Sprecher des saarländischen Gesundheitsministeriums, Stephan Kolling. Urlaubern, die auf Nummer Sicher gehen wollen, rät er: „In den großen Zentren , Palma de Mallorca beispielsweise, sollte man große Massenansammlungen vermeiden, außerdem häufig Hände waschen und Hände weg vom Mund!“ Wer im Urlaub erste Symptome verspüre, solle noch vor Ort einen Arzt aufsuchen. Tun sich auf der Heimreise oder in den ersten Tagen nach dem Urlaub Anzeichen wie Fieber gepaart mit mindestens zwei weiteren Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten oder Atemnot auf, sollte der Betroffene gleich zum Hausarzt.

Sitzt in einem Flieger ein Passagier mit auffallenden Krankheitssymptomen, greifen an den Flughäfen der Region Notfallpläne. „Für den Einzelfall steht ein spezieller Krankenwagen zur Verfügung, der den Patient gleich zum Test an die Homburger Uniklinik bringt“, erzählt Saarbrücker Flughafenchef, Friedhelm Schwan. Für Flüge mit mehreren Verdachtspersonen an Bord habe der Airport außerdem Testbesteck eingelagert. Bisher seien solche Fälle aber noch nicht eingetreten. Ähnlich funktionieren die Warnsysteme an den Flughäfen Zweibrücken und Hahn. „Lange vor der Landung würde uns die Crew über den Verdachtsfall an Bord informieren“, so ein Sprecher des Airport in der Westpfalz. „Hier würden dann die Gesundheitsbehörden informiert, die Passagiere zunächst isoliert und das Flugzeug komplett desinfiziert.“

Den Ernstfall hat es aber weder in Zweibrücken noch im Hunsrück bisher gegeben. Mallorca-Reisende, die gestern in Zweibrücken landeten, hatten am Urlaubsort wenig von der Grippe mitgekriegt. Passagier Pierre Orven etwa war völlig erstaunt: „Das ist jetzt das erste Mal, dass ich etwas davon höre. Es haben sich tatsächlich Menschen auf Mallorca mit der Grippe angesteckt? Also ich habe davon überhaupt nichts gemerkt. Meiner Frau, unseren vier Kindern und mir geht es gut.“ Michael Huck erzählt, nur durch Zufall habe er am Dienstag in der Zeitung über die Erkrankungen auf Mallorca gelesen. Sein Freund Daniel Feig fügte hinzu: „Wir haben uns immer kräftig mit Sangria und Bier desinfiziert, so dass hier nichts passiert sein dürfte.“ Ruhig geht des derzeit auch bei den Reiseveranstaltern zu. Sie verzeichnen bisher keine Zunahme an Stornierungen. Das ergab gestern eine Umfrage  
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