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V&B-Mitarbeiter bekommen Weiterbildung

Mettlach. In den Hallen der Mettlacher Sanitärproduktion bei Villeroy & Boch herrscht ungewöhnliche Ruhe. Die Maschinen stehen, nur einzelne Arbeiter führen Wartungsarbeiten durch. Ein Fremdkörper in den Produktionshallen allerdings fällt auf – eine Flipchart-Wand, auf denen die Schlagworte des 5A-Management-Systems notiert sind: Aussortieren, Aufräumen, Arbeitsplatz sauber halten, Anordnung, Auditieren.

Statt in der Kurzarbeitphase, die gestern begonnen hat, nach Hause zu gehen, lernen die Mitarbeiter bei der Trainerin Karin Pfortefrebel von der Beratungsfirma WLC aus Bad Nauheim, welche Prinzipien beim modernen Qualitätsmanagement gelten.

1900 Mitarbeiter bei Villeroy & Boch sind laut Finanzvorstand Manfred Finger zurzeit in Kurzarbeit, 60 Prozent davon sind in Schulungsmaßnahmen integriert, die jeweils blockweise für 6,5 Tage während der Kurzarbeit stattfinden. Gestern hat der zweite Block begonnen.

Sinn dieser Schulungen ist es laut Christian Krauß, Werksleiter der Sanitärfabrik, das Unternehmen mal nicht vom eigenen Arbeitsplatz aus, sondern eher aus einer Hubschrauberperspektive zu betrachten. „In den Schulungen übernehmen die Mitarbeiter beispielsweise in einem Modell-Unternehmen die Verantwortung und haben die Aufgabe, den Gesamtprozess zu optimieren“, sagt Krauß. Dazu gehöre auch Ordnung am Arbeitsplatz. Denn tägliches Suchen binde viel Arbeitszeit.

Das Ergebnis der Schulung ist bereits in den Werkshallen zu sehen. Dort sortieren die Mitarbeiter Werkzeug und Zubehör nach der Häufigkeit der Benutzung (oft-selten-nie) und geben den Werkzeugen feste Plätze.

Während die Mitarbeiter den Schulungen anfangs kritisch gegenüberstanden, hat sich die Akzeptanz laut Betriebsrat Ralf Brausch schnell erhöht. „Mitarbeiter, die seit 30 Jahren keine Schulbank mehr gedrückt haben, waren anfangs skeptisch. Das hat sich aber schon nach zwei Tagen geändert“, sagt Brausch.

Dass das Unternehmen in so kurzer Zeit Schulungen für so viele Mitarbeiter auf die Beine gestellt hat, liegt unter anderem daran, dass das Programm bereits vor zwei Jahren geplant wurde – unabhängig von der Krise. Die Kosten für die Weiterbildung schätzt Finanzvorstand Finger auf rund zwei Millionen Euro – das Doppelte des üblichen Weiterbildungs-Budgets. Allerdings wird die Hälfte auch von der Bundesagentur für Arbeit übernommen, die die Weiterbildung in der Kurzarbeit fördert.

Für diese Förderung ist Voraussetzung, dass die erworbenen Kenntnisse auch in anderen Betrieben zu nutzen sind. Doch Krauß ist überzeugt, dass die Qualifikation die Kompetenz und damit die Chancen der Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt erheblich erhöht.

Einige werden es auch brauchen, denn in der Sanitärproduktion steht noch eine Reihe von Entlassungen an. Wen es letztlich trifft, ist noch offen.
Joachim Wollschläger (SZ) 
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