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V&B erwartet schlechtes Jahr

Frankfurt. Der saarländische Keramik-Konzern Villeroy & Boch (V & B) sieht sich vor einem harten Jahr 2009. „Wir werden im kommenden Jahr operativ negative Zahlen schreiben“, sagte Vorstandschef Frank Göring gestern bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens. Indikator dafür seien bereits die ersten zwei Monate des Jahres, in denen der Umsatz um 19,7 Prozent gesunken ist. Genaue Prognosen will der V&B-Chef allerdings nicht abgeben. „Das wäre angesichts des unsicheren Verlaufs der wirtschaftlichen Entwicklung nicht seriös“, sagte Göring.

Das vergangene Jahr hat das Unternehmen vergleichsweise mit einem blauen Auge abgeschlossen. Nach hervorragenden vier Monaten zu Beginn des Jahres mit einer Umsatzsteigerung um neun Prozent, ist der Umsatz in den letzten acht Monaten stark gefallen. Trotzdem ist der Umsatz im Gesamtjahr nur um 0,9 Prozent auf 840,9 Millionen Euro gesunken. Der Gewinn vor Steuern ist von 38,8 Millionen auf 24,1 Millionen Euro gefallen, das Konzernergebnis dagegen ist von 7,2 auf 11,0 Millionen Euro gestiegen. Diese Steigerung erklärt sich vornehmlich aus dem Verkauf der Fliesensparte im Vorjahr, die 2007 das Konzernergebnis mit einem Minus von 16,6 Millionen Euro gedrückt hatte.

Auf die Wirtschaftskrise hat das Unternehmen bereits im vergangenem Sommer mit harten Sparmaßnahmen reagiert. Außerdem hat V&B nach den Weihnachtsferien die Produktion gedrosselt, um die aufgelaufenen Lagerbestände zu reduzieren. Zusätzlich hat das Unternehmen vor zehn Tagen ein großes Restrukturierungsprogramm bekannt gegeben, im Zuge dessen bis Ende 2010 mehrere Werke geschlossen und 900 Arbeitsplätze in Europa abgebaut werden. Außerdem schickt V&B 1800 der 2800 deutschen Arbeitnehmer in Kurzarbeit.

Mit diesen harten Maßnahmen – an der Saar werden 150 Arbeitsplätze im Rahmen des neuen Programms wegfallen – stellt V&B sich auf einen lang anhaltenden Absatzrückgang ein: „Wir gehen davon aus, dass die Krise noch zwei bis drei Jahre andauern wird“, sagt Göring.

Befürchtungen, dass der Arbeitsplatzabbau an der Saar primär das Werk Mettlach betrifft, tritt Göring entgegen: „In Merzig wird in Zukunft das Kompetenzzentrum für Tischkultur entstehen, in Mettlach das Kompetenzzentrum Sanitär. An beiden Standorten werden wir Arbeitskräfte mit entsprechender Expertise benötigen.“

Wie wichtig dem Unternehmen die Standorte an der Saar sind, belegen auch die Investitionen an den hiesigen Standorten: Von den 25,1 Millionen Euro, die das Unternehmen im Rahmen der Restrukturierung insgesamt investieren will, landen acht Millionen Euro in Merzig sowie sieben Millionen Euro in Mettlach. Im sächsischen Torgau investiert das Unternehmen drei Millionen Euro. „Außerdem sind wir in Gesprächen über einen Standortsicherungsvertrag für die Saar“, sagt Göring.




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